Halle: Betrunkene Frau stört ICE-Fahrt
Die Frau war am Samstagnachmittag ohne Ticket in einem ICE von Berlin Südkreuz nach Halle (Saale, Sachsen-Anhalt) gefahren. Schon während der Fahrt wurde sie aggressiv. Sie beschimpfte andere Passagiere und bedrohte sie. Irgendwann verlor die Frau das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Als Mitreisende ihr helfen wollten, wurde sie wütend und schrie sie an. Dabei hob sie eine leere Glasflasche hoch, als wollte sie diese nach den Leuten werfen. Ein Treffer blieb jedoch aus.
Am Hauptbahnhof griff die Bundespolizei ein. Die Frau hatte kein Geld dabei, um das Ticket nachzuzahlen, und wollte auch ihren Namen nicht sagen. Weil sie auf dem Bahnsteig so laut und aggressiv war, konnten die Beamten sie dort nicht feststellen. Sie wollten sie deshalb zur Wache bringen.
Als die Frau das hörte, griff sie in ihren Einkaufsbeutel und holte einen scharfkantigen Spiegel hervor. Diesen versteckte sie unter ihrer Jacke auf einem Buggy, den sie mit sich führte. Die Polizisten nahmen den Spiegel sofort an sich, damit niemand verletzt wird. Auch auf dem Weg zur Dienststelle machte die Frau Probleme. Sie weigerte sich zu gehen, änderte ständig die Richtung und versuchte, sich aus den Griffen der Beamten zu winden.
Auf der Wache konnte die Polizei die Frau schließlich per Fingerabdruck identifizieren. Dabei kam heraus, dass sie schon öfter mit der Polizei zu tun hatte. Ein Atemalkoholtest ergab, dass sie 1,47 Promille im Blut hatte.
Die Bundespolizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es geht um das Schwarzfahren, Bedrohung, Beleidigung und den Widerstand gegen die Beamten. Auch die versuchte gefährliche Körperverletzung wegen des Spiegels wird geprüft. Ob und inwieweit sich die Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Magdeburg – zur Originalmeldung