Hagen-Boele: Betrüger tricksen Seniorin aus Goldschmuck aus
Es begann am Vormittag des vergangenen Donnerstags in Boele (Hagen, Nordrhein-Westfalen). Eine 88-jährige Frau erhielt einen Anruf von einer unbekannten Frau. Die Anruferin sprach fließend Deutsch und behauptete, der Sohn der Seniorin hätte einen Unfall gehabt. Die Lage sei ernst: Der Sohn müsse ins Gefängnis, man könne ihn aber mit Geld freikaufen.
Die Betrügerin gab der Frau klare Anweisungen. Sie sollte ihren gesamten Schmuck zusammensuchen. Kurz darauf klingelte es an der Haustür. Ein unbekannter Mann stand vor der Tür und nahm die Goldmünzen und Schmuckstücke der Seniorin entgegen. Die Frau glaubte in diesem Moment, ihrem Sohn geholfen zu haben.
Die Täuschung flog erst am Abend auf. Als die Frau mit ihrem Sohn telefonierte, merkte sie, dass nichts von einem Unfall oder einem Gefängnisaufenthalt zu berichten war. Sie rief sofort die Polizei.
Die Beamten konnten bereits erste Spuren finden. Die Anrufe kamen über verschiedene Festnetznummern aus Polen. Der finanzielle Schaden ist hoch und liegt im fünfstelligen Bereich. Die Polizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Täter zu finden.
Die Polizei Hagen warnt deshalb vor solchen Schockanrufen. Wer verdächtige Anrufe bekommt, soll das Telefon sofort auflegen. Man sollte niemals Geld oder Wertsachen an Fremde übergeben, sondern zuerst die Angehörigen oder die Polizei unter der 110 kontaktieren.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.