Hadamar erinnert an Künstler Ernst Moritz Engert
Am 14. August 1986 starb Ernst Moritz Engert. Nun, vierzig Jahre später, erinnert die Stadt Hadamar (Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen) an den außergewöhnlichen Künstler. Engert war als Maler und Grafiker bekannt, doch vor allem seine Scherenschnitte machten ihn berühmt.
Sein Weg in die Kunst war weit. Geboren wurde er 1892 in Yokohama, Japan, da ein Verwandter dort als Kaufmann und Bankier gearbeitet hatte. Wegen des Russisch-Japanischen Krieges kehrte die Familie jedoch nach Deutschland zurück. Im Jahr 1909 zog Engert nach Hadamar in ein Haus am Herzenbergweg. Später studierte er Kunst in München und wurde Teil der dortigen Künstlerszene in Schwabing. Er galt als exzentrisch, war Vegetarier und interessierte sich sogar für das Handlesen.
In den 1920er Jahren lebte er in Berlin und arbeitete als gefragter Pressezeichner und Werbegrafiker. Besonders seine präzisen Silhouetten für Theaterkritiken in der Tagespresse brachten ihm Ruhm. Doch der Krieg änderte alles. Im Jahr 1944 zog Engert zurück zu seiner Schwester Dora nach Hadamar. Sein Atelier richtete er in der alten Synagoge in der Nonnengasse ein, die damals schon fast verfallen war.
In der Kleinstadt wurde Engert zu einer bekannten Persönlichkeit. Man sah ihn oft mit seinem Schlapphut und seinen zwei Afghanen-Hunden. Er hielt Papageien und war deshalb sogar Mitglied im Geflügelzüchterverein. Viele Hadamarer schätzten es damals, Modell für ihn zu stehen. In einigen Wohnungen hängen heute noch die Jugendbilder, die er damals zeichnete.
Ein Augenleiden zwang ihn schließlich dazu, seine Arbeit aufzugeben. 1981 zog er zu seiner Tochter nach Lich, wo er 1986 verstarb. Beigesetzt wurde er auf dem Herzenbergfriedhof in Hadamar. Die Stadt besitzt heute noch viele seiner Werke, auch wenn diese aktuell nicht ausgestellt werden können. Eine Straße am Herzenberg trägt seinen Namen, um an ihn zu erinnern.
Quelle: Hadamar – zur Originalmeldung