Gütersloh: Jungvogel vor dem Rathaus gerettet
Vor dem Personaleingang des Rathauses in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) gab es am 11. August einen ungewöhnlichen Besucher. Eine Frau bemerkte einen jungen Vogel, der ratlos zwischen zwei Bäumen am Boden herumhüpfte. Der kleine Vogel schien orientierungslos zu sein und brauchte Hilfe.
Die Passantin informierte sofort die Mitarbeiter im Rathaus. Diese gaben die Nachricht an den Fachbereich Umweltschutz weiter. Die Artenschutz-Expertin Marla Rovers kam schnell zum Einsatz und setzte den Vogel vorsichtig in eine Plastikschale, um ihn zu untersuchen.
Es stellte sich heraus, dass es ein junger Stieglitz war. Der Vogel war bereits gut befiedert und konnte sicher stehen. Er hatte vermutlich gerade seine ersten Flugversuche gewagt und musste sich erst einmal ausruhen. Da er nicht verletzt war, brauchte er keine medizinische Behandlung. Solche Jungvögel werden oft auch am Boden noch von ihren Eltern gefüttert.
Frau Rovers setzte den Stieglitz deshalb wieder aus, allerdings geschützt im hohen Gras zwischen den Bäumen. So sollte er vor Hunden, Katzen oder anderen Passanten sicher sein. Eine Stunde später kontrollierte die Expertin die Stelle erneut. Der Vogel war verschwunden und wurde vermutlich von seinen Eltern mitgenommen.
Im Zuge der Rettung räumte die Expertin mit einem Mythos auf: Vögel darf man im Gegensatz zu Rehkitzen durchaus mit den Händen anfassen. Die Eltern nehmen den Nachwuchs trotzdem an. Nur bei Schwalben oder Mauerseglern ist es anders: Findet man deren Junge am Boden, müssen sie immer gerettet werden. Unbefiederte Vögel sollten hingegen zurück ins Nest oder in dessen Nähe gesetzt werden, etwa in einem Korb oder Karton.
Quelle: Gütersloh – zur Originalmeldung