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Großschlag gegen Schleuserbanden in Saarbrücken und Serbien

Die Bundespolizei und Staatsanwaltschaften haben mehrere syrische Männer festgenommen. Sie sollen Menschen unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Europa geschleust haben.

In einer großen Aktion haben Ermittler aus Bayern und der Bundespolizei gegen organisierte Schleuser vorgegriffen. Im Zentrum standen Mitglieder eines Familienclans. In Saarbrücken (Saarland) durchsuchten rund 240 Beamte sechs verschiedene Gebäude. Dabei stießen sie auch auf eine große Lagerhalle, die wohl für die illegalen Geschäfte genutzt wurde.

Ein 26-jähriger Syrer wurde in Saarbrücken festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, seit Oktober 2024 mindestens 125 Menschen aus Syrien über Libyen und das Mittelmeer nach Italien und Deutschland gebracht zu haben. Die Bedingungen waren extrem gefährlich: Die Menschen wurden in überfüllten Booten ohne Schwimmwesten auf die Insel Lampedusa transportiert. Pro Person verlangte die Bande zwischen 6.500 und 7.800 Euro. Insgesamt soll die Gruppe so mindestens 875.000 Euro verdient haben.

Der 26-Jährige war bereits früher aufgefallen. Am 7. Februar 2025 wollte er mit einem Auto über den Grenzübergang Walserberg von Österreich nach Deutschland einreisen. Die Beamten fanden bei ihm Falschgeld im Wert von 77.350 Euro. Bis Mai 2026 wurde er bei drei weiteren Kontrollen erneut mit Falschgeld erwischt, wobei die Summen jeweils zwischen knapp 30.000 und circa 100.000 Euro lagen.

Parallel dazu gab es Festnahmen in Serbien. Dort wurde ein 31-jähriger Syrer geschnappt, der als Kopf einer Gruppierung gilt. Er soll allein zwischen April und November 2022 etwa 152 Migranten über die Balkanroute geschleust haben. Er organisierte die Geschäfte und die Verhandlungen in Serbien.

Ein weiterer Mann, 32 Jahre alt, wurde ebenfalls in Belgrad festgenommen. Er soll Teil eines Netzwerks gewesen sein, das zwischen Juni 2023 und Juni 2024 mindestens 625 Menschen über Ungarn oder Kroatien in die EU und weiter nach Deutschland transportierte. Die Preise für diese Fahrten lagen zwischen 2.000 und 10.000 Euro pro Person.

Die Ermittlungen liefen über Jahre hinweg und wurden von Europol koordiniert. Die Beamten nutzten dabei ein spezielles Modell zur Bekämpfung von Bandenkriminalität, bei dem verschiedene Staatsanwaltschaften eng zusammenarbeiten.

Die Einsatzmaßnahmen dauern derzeit noch an. Ob und inwieweit sich die Festgenommenen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Bundespolizeidirektion München – zur Originalmeldung

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