Großrazzia in Duisburg gegen Clanmilieu und Gastro-Verstöße
Von Freitagabend bis in den frühen Samstagmorgen war Duisburg (Nordrhein-Westfalen) im Ausnahmezustand. Die Polizei führte gemeinsam mit dem Zoll, dem Ordnungsamt und anderen Behörden einen großen Schlag gegen das Clanmilieu und kriminelle Strukturen im Gastronomiegewerbe durch. Besonders im Blick stand dabei die Waffen- und Messerverbotszone in Hamborn.
Insgesamt durchsuchten die Beamten 24 Betriebe. Die Bilanz zeigt, dass in vielen Lokalen nicht mit rechten Dingen zuging. In einem Fall musste ein Gastrobetrieb komplett geschlossen werden. Die Beamten fanden dort Verstöße gegen den Jugendschutz und Mängel bei den Preisen und Arbeitszeiten. Außerdem wurden vier Geldspielgeräte versiegelt.
Auch bei den Finanzen gab es Probleme. In einigen Betrieben fehlten Steuern. Weil die Schulden zu hoch waren, beschlagnahmten die Beamten einen BMW und schleppten ihn ab. In einem anderen Geschäft entdeckten die Beamten unversteuerte Zigaretten. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft die Durchsuchung einer Privatwohnung an, doch dort fanden die Polizisten nichts weiter.
Bei den Personenkontrollen kam es zu Spannungen. Ein Mann beschimpfte eine Polizistin und muss sich nun mit einem Strafverfahren herumschlagen. Ein anderer Mann wurde festgenommen, da gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Die Beamten fanden bei ihm zudem illegale Vapes, die sie mitnahmen. Insgesamt sicherte die Polizei fünf Gegenstände, darunter auch ein Einhandmesser.
Die Bilanz des Einsatzes ist lang: 156 Menschen wurden kontrolliert, 27 Berichte wurden geschrieben und 30 Verwarngelder verteilt. Fünf Strafanzeigen wurden erstattet, unter anderem wegen einer Trunkenheitsfahrt und Verstößen gegen die Versicherungspflicht. Zudem gab es 17 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, etwa wegen des Waffengesetzes.
Ob und inwieweit sich die betroffenen Menschen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen dauern an.