Großkontrolle in Hannover: Viele Betrunkene auf E-Scootern
Von Freitag, dem 31. Juli, bis Sonntag, dem 2. August 2026, hat die Polizei in Hannover (Niedersachsen) eine riesige Kontrollaktion gestartet. Beamte aus elf Bundesländern sowie aus der Schweiz und Österreich haben gemeinsam etwa 1.150 Fahrzeuge überprüft. Das Ziel war klar: Wer betrunken oder berauscht am Steuer sitzt, sollte gestoppt werden.
Am ersten Tag konzentrierten sich die Beamten am Freitagnachmittag auf den Schützenplatz. Dort wurde der gesamte Verkehr durch eine große Kontrollstelle geleitet. Gleichzeitig fuhren mobile Streifen durch Hannover, Langenhagen, Lehrte, Garbsen und Burgdorf sowie über die Autobahnen. Schon in den ersten fünf Stunden erwischten die Polizisten 46 Autofahrer, die unter Alkoholeinfluss standen.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag änderte sich die Strategie. Die Polizei setzte komplett auf mobile Kontrollen. Dabei passierte etwas Auffälliges: Während nur 42 Autofahrer betrunken waren, waren es bei den E-Scootern gleich 78 Menschen. Insgesamt wurden über das Wochenende 166 Trunkenheitsfahrten registriert. In 56 Fällen waren Drogen im Spiel, in 33 Fällen eine gefährliche Mischung aus beidem.
Einige Fälle waren besonders extrem. Ein 32-jähriger E-Scooter-Fahrer hatte offenbar fast alles konsumiert, was die Tests hergaben: Alkohol, Kokain, Methamphetamin, Amphetamine, Opiate und THC. Ein anderer Fahrer auf einem E-Scooter hatte satte 2,84 Promille im Blut. Dass Drogen kein Thema nur für junge Leute sind, zeigte eine 66-jährige Autofahrerin, die positiv auf Kokain und THC getestet wurde.
Ein Mann erwies sich als besonders stur. Er wurde am Freitag auf dem Schützenplatz wegen THC-Konsums gestoppt. Nur einen Tag später erwischten ihn die Beamten erneut in der Innenstadt – diesmal auf einem E-Scooter, wieder mit THC im Blut und zusätzlich 1,42 Promille Alkohol.
Es gab auch gefährliche Situationen. Auf dem Westschnellweg im Bereich Stöcken rasten zwei Autos mit fast 200 km/h in einem illegalen Rennen gegeneinander. Eines der Fahrzeuge konnte gestoppt werden.
Ein schwerer Unfall passierte am Samstagabend gegen 20:25 Uhr an der Kreuzung Celler Straße und Herschelstraße. Eine 31-jährige Frau stürzte mit ihrem E-Scooter direkt vor den Augen einer Polizeistreife. Sie stürzte sich eine Kopfplatzwunde zu und hatte 1,19 Promille im Blut. Die Retter mussten sie im Krankenwagen versorgen.
Neben den Fahrten unter Einfluss wurden viele weitere Delikte entdeckt. So stoppten Polizei und Zoll auf der Vahrenwalder Straße einen betrunkenen Fahrer mit Exportkennzeichen. Sein Führerschein war eine komplette Fälschung. Im Auto fanden die Zollbeamten 27.000 Euro Bargeld, das beschlagnahmt wurde. Zudem wird nun wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit ermittelt.
Insgesamt mussten 190 Menschen die Weiterfahrt abbrechen. Die Polizei leitete zahlreiche Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung. Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.