Gronau (Leine): Alter Mahlstein im Museum präsentiert
Im ersten Obergeschoss des Museums der Stadt Gronau (Leine, Landkreis Hildesheim) gibt es ein besonderes Ausstellungsstück zu sehen. Es handelt sich um den Bodenstein einer alten Handdrehmühle. Das Teil wurde bereits 1983 entdeckt, als jemand in einem Gronauer Garten aufräumte.
Eine solche Mühle, die man auch Quern nennt, wurde früher genutzt, um kleine Mengen Getreide von Hand zu mahlen. Das System ist eigentlich simpel: Ein fester Stein liegt unten, der sogenannte Bodenstein. Darüber liegt der Läuferstein, den man mit einem Griff aus Holz oder Metall in Bewegung versetzt. Durch Muskelkraft wird das Getreide zwischen den beiden Steinen zerrieben.
Beim Gronauer Fundstück fehlt der obere Läuferstein allerdings. Was aber noch gut zu erkennen ist, ist der sogenannte Kleiekotzer. Das ist eine Art Fratze mit offenem Mund, die am Rand des Steins sitzt. Früher glaubte man, dass diese dämonischen Gesichter die Mühle vor bösen Geistern schützen. Das Mehl fiel durch das Loch in der Mitte nach unten, während die Kleie durch die Fliehkraft nach außen zum Kleiekotzer gedrückt wurde.
Obwohl der Stein über die Jahre verwittert ist, ist das Gesicht noch gut sichtbar. Er steht heute als Symbol für das Mühlenwesen, das früher das älteste Gewerbe in Gronau war.
Interessierte können den Stein im Museum in der Junkernstraße 16 besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos. Das Museum ist dienstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Wer zu anderen Zeiten kommen möchte, kann einen Termin unter der Telefonnummer 05182 18 00 vereinbaren.
Quelle: Eime – zur Originalmeldung