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Greifswald: Polizei trennt gegensätzliche Demonstrationen in der Innenstadt

Mehrere Versammlungen sorgten am Sonntag für Aufsehen in Greifswald. Eine Frau musste mit Zwang vom Platz entfernt werden.

Am Sonntag war in der Innenstadt von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) viel los. Zwischen 12 und 18 Uhr begleiteten die Beamten des Polizeihauptreviers gleich mehrere Kundgebungen. Zuerst trafen sich gegen Mittag etwa 50 Menschen auf dem Fischmarkt. Sie wollten an den 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine erinnern. Die Gruppe zog friedlich über die Lange Straße und die Wallanlagen, bevor sie wieder zum Fischmarkt zurückkehrte.

Später wurde es voller. Ab 15 Uhr versammelten sich rund 600 Menschen auf dem Markt. Schon eine Stunde früher, ab 14 Uhr, hatte sich eine Gegenversammlung mit bis zu 200 Teilnehmern gebildet.

Als die Gegenversammlung gegen 15 Uhr endete, wollten einige Leute zur Gruppe auf dem Markt weiterziehen. Um Streit zwischen den Lagern zu verhindern, griffen die Polizisten ein. Sie bildeten eine Kette und sperrten die Straße mit Autos ab. Damit die Situation entspannt blieb, erlaubte die Polizei der Gruppe von etwa 120 Menschen eine spontane Versammlung, solange sie sich an bestimmte Regeln hielt.

Doch eine 37-jährige Deutsche hielt sich nicht an die Auflagen. Gegen 16 Uhr schlossen die Beamten sie von der Versammlung aus und ordneten an, dass sie den Platz verlassen müsse. Da die Frau nicht ging, mussten die Polizisten sie mit Zwang entfernen. Weil sie sich weiterhin wehrte, nahmen die Beamten sie fest und brachten sie ins Polizeirevier, um weitere Störungen zu vermeiden. Nachdem die Versammlungen beendet waren, wurde sie wieder freigelassen.

Jetzt muss die Frau mit rechtlichen Folgen rechnen. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, weil sie gegen das Versammlungsgesetz verstoßen und sich gegen die Beamten gewehrt haben soll. Zudem gibt es eine Anzeige gegen Unbekannt, weil im Bereich des Marktes Plakate aufgehängt wurden, was laut Straßen- und Wegegesetz nicht erlaubt ist.

Die Polizei zog ein positives Fazit aus dem Tag, da die meisten Menschen friedlich geblieben waren. Ob und inwieweit sich die Frau strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Polizeipräsidium Neubrandenburg – zur Originalmeldung

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