Gottesanbeterin in der Rhön entdeckt
Normalerweise kennt man die Europäische Gottesanbeterin aus dem Urlaub am Mittelmeer. Doch das auffällige Insekt breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Jetzt gibt es erste offizielle Nachweise, dass die Fangschrecke auch die Rhön (Unterfranken, Bayern) erreicht hat.
Ein Grund für die Wanderung sind die steigenden Temperaturen. Vor allem der außergewöhnlich heiße Sommer 2026 hat es den Tieren wohl leicht gemacht, in neue Gebiete vorzudringen. Für die Forschung ist das ein wichtiger Fund, denn bisher gab es in diesem Mittelgebirge eine große Lücke zwischen den bekannten Gebieten im Südwesten und Nordosten des Landes.
Die Gottesanbeterin ist mit bis zu acht Zentimetern eines der größten Insekten bei uns. Man erkennt sie sofort an den Fangarmen, mit denen sie Spinnen, Fliegen oder Heuschrecken schnappt. In Ruhe sieht es so aus, als würde das Tier beten. Die Farbe wechselt je nach Umgebung zwischen Grün und Braun, damit sie gut getarnt ist. Für Menschen ist das Insekt übrigens völlig harmlos und ungiftig.
Wer die Tiere finden will, sollte von Mitte Juli bis Oktober an sonnigen Waldrändern, auf Blühflächen oder in naturnahen Gärten suchen. Auch Friedhöfe sind gute Orte; dort wurde eines der ersten Exemplare in der Rhön auf Lavendel entdeckt. Zwischen August und Oktober legen die Weibchen zudem ihre Eier ab. Diese Pakete sind drei bis fünf Zentimeter groß und sehen aus wie Schaum. Man findet sie an Grashalmen, Steinen, aber auch an Hauswänden, Regenrohren oder Gartenmöbeln. Zuerst sind sie weißlich und werden später strohgelb oder braun.
Die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bittet nun die Bevölkerung um Hilfe. Wer ein Tier oder ein Eipaket sieht, soll ein Foto aus verschiedenen Perspektiven machen und das Datum sowie den Ort notieren. Die Meldungen können per E-Mail, über die Plattform iNaturalist oder über den NABU naturgucker eingereicht werden.
Quelle: Fladungen – zur Originalmeldung