Gondelsheim investiert Millionen in Hochwasserschutz
Am 13. August 2024 erlebte Gondelsheim (Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg) ein extremes Unwetter. Damals fielen innerhalb kürzester Zeit rund 155 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Folgen waren schlimm: Keller liefen voll, Straßen wurden zu Bächen und Schlamm aus den Feldern wurde mitten in den Ort gespült.
Jetzt, zwei Jahre später, zeigt die Gemeinde, was sie dagegen unternommen hat. Insgesamt flossen rund drei Millionen Euro in zwei große Projekte. Zum einen wurde der Bereich am Saalbach zwischen der Saalbachhalle und der Tennisanlage angepasst. Dort wurden die Böschungen und Verwallungen erhöht. Zum anderen wurde an der verlängerten Talstraße und Hofstadt die Böschung mit massiven Blockquadersteinen dauerhaft gesichert. Beide Maßnahmen kosteten jeweils etwa 1,5 Millionen Euro.
Ein wichtiger Helfer war bereits das Rückhaltebecken am Lohrgraben. Es wurde 2010 für rund 500.000 Euro saniert und konnte 2024 etwa 100.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Das hat vor allem der Jöhlinger Straße geholfen.
Um in Zukunft schneller reagieren zu können, wurde das Warnsystem am Riedgraben verbessert. Es ist jetzt direkt an das System der Feuerwehr angebunden. Wenn die Pegel zu hoch steigen, werden Bürgermeister, Verwaltung und Bauhof sofort informiert. Damit man nicht erst merkt, dass ein Rechen durch Schlamm und Äste verstopft ist, wenn es zu spät ist, gibt es nun zusätzliche Messpunkte.
Für die Zukunft sind weitere Schritte geplant. Im Jahr 2027 sollen sogenannte Sedimentfänge am Bruchgraben und Riedgraben gebaut werden. Diese Anlagen sollen verhindern, dass Mutterboden und Schlamm von den Feldern in die Gräben gespült werden und dort alles verstopfen.
Zudem wird das gesamte Kanalnetz untersucht, um Schwachstellen zu finden. In der Leitergasse soll zum Beispiel der Abfluss verbessert werden, damit das Wasser nicht mehr so leicht zurückstaut. Ein großes Projekt ist die Flurneuordnung in den Außengebieten. Das ist ein langfristiger Plan, der zehn Jahre oder länger dauern kann. Ziel ist es, Gräben naturnäher zu gestalten und mehr Flächen zu schaffen, auf denen das Wasser versickern kann.
Bis Herbst 2026 soll zudem ein digitales Modell fertig sein. Dieses simuliert, wo das Wasser bei Starkregen genau entlangläuft. So weiß die Gemeinde genau, welche Gebäude gefährdet sind und wo Schutzmaßnahmen am meisten bringen.
Die Ermittlungen zu den optimalen Standorten für die neuen Maßnahmen dauern an.