Göttingen: Protest gegen AfD-Stand eskaliert
Am Samstag, den 25. Juli 2026, baute die Partei Alternative für Deutschland auf dem Markt in Göttingen (Südniedersachsen) einen Infostand zum Thema Naturschutz auf. Ab 10 Uhr versammelten sich bis zu 150 Menschen, um gegen den Stand zu protestieren. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort, um die Gruppen zu trennen.
Trotz der Beamten blieb es nicht friedlich. Die Gegendemonstranten kippten immer wieder die Tische des Infostandes um. Zudem bildeten sie einen engen Kreis um den Stand, sodass niemand mehr an die Infomaterialien herankam. Die Polizei forderte die Leute über Lautsprecher immer wieder auf, sich zu beruhigen. Als einige Demonstranten trotzdem versuchten, den Stand zu stürmen, mussten die Beamten eingreifen. Insgesamt schoben die Polizisten rund 120 Menschen weg, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Im Laufe des Nachmittags kam es zu zwei gezielten Angriffen auf die Polizei. Eine Person griff einen Polizisten an, vermutlich mit einer PET-Flasche. Der Beamte wurde verletzt und musste zum Arzt. Er kann seinen Dienst vorerst nicht wieder aufnehmen. Die Polizei konnte den Verdächtigen schnell fassen und seine Daten aufnehmen.
Kurz darauf wurde eine Polizistin angegriffen. Eine andere Person aus der Menge benutzte eine Trillerpfeife und blies diese aus nächster Nähe direkt ins Ohr der Beamtin. Die Frau bekam starke Ohrenschmerzen. Da die Person trotz mehrfacher Aufforderung nicht aufhörte, wurde sie von den Beamten gegriffen.
Nach dem Einsatz zog die Polizei eine Bilanz: Es wurden sieben Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um einen tätlichen Angriff auf Beamte, eine Körperverletzung und vier Beleidigungen. Zudem hatte jemand ein Pfefferspray bei der Demo dabei, was gegen das Versammlungsgesetz verstößt. Sieben Menschen wurden vom Platz verwiesen und dürfen nicht mehr an der Versammlung teilnehmen.
Einsatzleiter Niklas Fuchs verurteilte die Gewalt gegen die Beamten scharf. Er betonte, dass solches Verhalten nichts mit demokratischem Protest zu tun habe. Festnahmen gab es bislang nicht. Die Ermittlungen dauern an.