Gelnhausen testet Dampfmaschinen gegen Ameisenplage
In Meerholz (Gelnhausen, Hessen) gibt es ein Problem mit der Großen Drüsenameise. Die Tiere haben sich in einem Gebiet von rund zwölf Hektar im Oberdorf ausgebreitet. Für die Anwohner ist das eine große Belastung. Bisher sind zwar keine Straßen oder Leitungen kaputtgegangen, aber die Stadt will verhindern, dass die Plage noch größer wird.
Das Problem ist: Die Ameisen bauen ihre Nester bis zu einem Meter tief in die Erde. Normale Mittel helfen da nicht. Da das betroffene Gebiet zudem in einem Wasserschutzgebiet liegt, darf die Stadt keine Chemie einsetzen. Man will auch keine Risiken für Kinder oder andere Tiere eingehen. Deshalb testet Bürgermeister Christian Litzinger zusammen mit dem Bauamt und dem Betriebshof jetzt Heißwasser- und Dampfsysteme.
Zuerst wurde ein Gerät aus Österreich ausprobiert. Es schießt mit speziellen Lanzen bis zu 130 Grad heißen Dampf direkt in den Boden. Sogar Kita-Kinder beobachteten den Test am Spielplatz Alte Ziegelei neugierig. Eine Woche später folgte ein Test mit einer deutschen Anlage. Diese hat einen riesigen 1600-Liter-Tank und erzeugt nach zwei Minuten Vorlaufzeit Dampf mit etwa 135 Grad Celsius.
Die Stadt hat bereits viel vorbereitet. Experten haben den Boden untersucht und genau kartiert, wo die Nester liegen. Das ist wichtig, damit man die Ameisen von außen nach innen bekämpft. So soll verhindert werden, dass die Tiere einfach in saubere Bereiche flüchten.
Wer wissen will, wie es weitergeht, kann zum Infoabend kommen. Die Stadt lädt am Montag, den 14. September 2026, um 19 Uhr in die Sport- und Kulturhalle Meerholz ein. Dort werden die Ergebnisse der Kartierung vorgestellt und Erfahrungen aus Offenbach geteilt.
Ob und welches System am Ende gekauft wird, ist noch offen. Die Stadt prüft derzeit verschiedene Angebote von Herstellern.
Quelle: Gelnhausen – zur Originalmeldung