Geldern: Millionen Zigaretten in Lagerhalle beschlagnahmt
Alles begann mit einem einfachen Hinweis. Eine Polizeistreife in Geldern (Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen) wurde auf ein verdächtiges Fahrzeug aufmerksam. Als die Beamten an einer Lagerhalle vorfuhren, sahen sie, dass dort gerade Waren geladen wurden.
Direkt vor der Halle trafen die Polizisten auf einen 41-jährigen Mann aus Rumänien. Er saß in einem Sattelzug mit rumänischem Kennzeichen und gab an, die Waren in der Halle angeliefert zu haben. Die Beamten klopften an das Hallentor, woraufhin ein weiterer Mann die Tür öffnete.
In diesem Moment wurde es hektisch: Zwei andere Menschen nutzten die Gelegenheit und flüchteten aus dem Gebäude. Die Polizei suchte sofort die nähere Umgebung ab, konnte die Flüchtigen aber nicht finden.
In der Halle machten die Beamten schnell eine Entdeckung: Überall lag unversteuertes Tabakzeug. Die beiden Männer, die noch vor Ort waren, wurden sofort festgenommen. Danach übernahm das Zollfahndungsamt Essen die Ermittlungen. Zuerst sicherte die Kontrolleinheit Verkehrswege Kaldenkirchen das Gelände ab, bevor die Zollfahnder mit einem Beschluss vom Amtsgericht Kleve die gesamte Halle durchsuchten.
Die Bilanz der Durchsuchung ist gewaltig. Die Zollfahnder fanden insgesamt 14.560.300 Zigaretten verschiedener Marken, die keine Steuerbanderolen hatten. Außerdem nahmen sie vier Handys und 1.387,03 Euro in bar als Beweise mit.
Am nächsten Tag, dem 8. August, wurden die Verdächtigen vor das Amtsgericht Kleve gebracht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Gericht Haftbefehle gegen die Männer. Laut Staatsanwaltschaft geht es hier nicht nur um entgangene Steuern, sondern vermutlich um organisierte Schmuggelkriminalität.
Das Zollfahndungsamt Essen ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve weiter. Ob und inwieweit sich die Festgenommenen strafbar gemacht haben, klärt nun das Gericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.