Gehrden: Alte Funde verzögern Rathauserweiterung
In Gehrden (Region Hannover, Niedersachsen) sollte eigentlich alles nach Plan laufen. Am Donnerstag, den 20. August 2026, gab es den offiziellen Spatenstich für die Erweiterung des Rathauses in der Hüttenstraße. Bürgermeister Malte Losert und andere Verantwortliche feierten den Startschuss für den dreistöckigen Anbau. Auf rund 300 Quadratmetern sollen dort bald 30 Mitarbeiter Platz finden und drei neue Besprechungsräume entstehen. Alles soll barrierefrei und modern werden.
Doch beim Graben im Boden kam es zu einer Überraschung. Die Arbeiter entdeckten archäologische Spuren. Das ist an dieser Stelle nicht verwunderlich, denn das Grundstück liegt innerhalb der alten Befestigung des früheren Fleckens Gehrden. Jetzt ist die Region Hannover mit der Archäologin Ute Bartelt im Einsatz, um die Funde genau zu untersuchen.
Die Ausbeute aus der Erde ist bisher beachtlich: Die Experten fanden Holzreste, Keramikscherben und eine Ofenkachel. Besonders spannend sind zwei Brunnen, von denen einer aus einem ganzen Baumstamm gefertigt wurde. Außerdem gibt es hölzerne Strukturen, die wohl früher zur Entwässerung des Geländes dienten. Anhand der Jahresringe des Holzes schätzen die Fachleute, dass die Funde aus dem Spätmittelalter oder der frühen Neuzeit stammen.
Für die Stadtverwaltung bedeutet das jedoch eine Wartezeit. Da weitere Erdschichten untersucht werden müssen, verschiebt sich der Einzug. Eigentlich sollte es im Sommer 2027 losgehen, nun wird es wohl erst im Herbst 2027 so weit sein. Wann die Bagger wieder richtig durchstarten können, entscheidet sich erst, wenn die Archäologen das Baufeld freigeben.
Nach dem Anbau will die Stadt auch das alte Rathaus auf Vordermann bringen. Geplant sind Modernisierungen im Bürgersaal, bei der Technik, der Lüftung und im Foyer. Zum Abschluss soll dann auch die Bibliothek renoviert werden.
Wie viele weitere Schätze unter dem Rathaus liegen, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Untersuchungen dauern an.
Quelle: Gehrden – zur Originalmeldung