Frankenthal plant neuen City-Radring um die Fußgängerzone
In der Fußgängerzone von Frankenthal (Rheinland-Pfalz) kracht es immer wieder zwischen Fußgängern, Radfahrern und Leuten auf E-Scootern. Deshalb hat der zuständige Ausschuss für Stadtentwicklung, Klimaschutz und Mobilität am 27. August ein neues Konzept beschlossen: den City-Radring. Das Ziel ist es, den Radverkehr sicher und bequem um das Zentrum herumzuführen, statt mitten durch die Einkaufsstraße.
Der Plan sieht vor, in bestimmten Abschnitten sogenannte Fahrradstraßen einzurichten. Das betrifft die Bereiche Synagogengasse – Schnurgasse – Glockengasse, die Carl-Theodor-Straße – Elisabethstraße sowie die Ackerstraße – Turnhallstraße. In diesen Straßen haben Radfahrer Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Autofahrer dürfen dort zwar weiterhin fahren, müssen aber ihr Tempo an die Radfahrer anpassen.
Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer betont, dass die Innenstadt nicht für Autos gesperrt wird. Wer zu einem Geschäft, einer Praxis oder ins Restaurant will, kommt weiterhin mit dem Wagen ans Ziel. Um den Schleichverkehr zu reduzieren, prüft die Stadt aber zwei Änderungen: In der Carl-Theodor-Straße könnte es eine Einbahnstraßenregelung geben, um Autos auf den Inneren Ring zu lenken. Auch in der Turnhallstraße ist eine Einbahnstraße geplant. Bevor das passiert, wird genau gemessen, wie viel Verkehr dort eigentlich fließt.
Der Radring ist nur ein Teil eines größeren Plans. Die Stadt stellt derzeit an den Eingängen zur Fußgängerzone neue Schilder auf, damit die Regeln klarer sind. Außerdem gibt es seit Juli verstärkt Kontrollen für E-Scooter und Radfahrer in der Zone.
Das Konzept wurde nicht im stillen Kämmerlein entworfen. In Workshops haben die Polizei, der ADFC, Senioren, Menschen mit Behinderung und das lokale Gewerbe mitgearbeitet. So sollen Themen wie Barrierefreiheit und die Erreichbarkeit der Läden gesichert bleiben.
Jetzt geht es an die Detailplanung und die Messung der Verkehrsmengen. Wenn alles klappt, startet der Verkehrsversuch im Frühjahr 2026, passend zum Beginn der Fahrradsaison. Der Test läuft dann für zwölf Monate. Während dieser Zeit sammelt die Stadt Daten und hört sich die Meinung von Anwohnern und Ladenbesitzern an. Erst danach wird entschieden, ob der Radring dauerhaft bleibt, geändert oder ganz wieder abgeschafft wird. Für später ist zudem ein Entwurf für weitere Fahrradstraßen in der Mühlstraße und Ackerstraße geplant, wobei hier noch keine Entscheidung über Parkplätze gefallen ist.