Feldkirchen-Westerham: Gemeinde warnt vor sinkenden Grundwasserständen
In Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim, Bayern) wird die Lage beim Wasser kritischer. Immer mehr Hitzetage und lange Phasen ohne Regen lassen die Grundwasserstände sinken. Die Gemeinde und die regionalen Wasserversorger appellieren deshalb an alle Bewohner, bewusster mit dem Trinkwasser umzugehen.
Das Problem ist ernst: Wenn es kaum regnet, aber gleichzeitig viel Wasser für private Gärten, die Industrie oder die Landwirtschaft aus dem Boden gepumpt wird, leidet die Natur. Eine Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung zeigt, dass in vielen Landkreisen in Deutschland bereits zu viel Grundwasser entnommen wird. In 141 Kreisen wird jedes Jahr mehr als 20 Prozent des nachgefüllten Wassers entnommen. Das gefährdet nicht nur die Pflanzen und Bäche, sondern langfristig auch die Trinkwasserversorgung, da zwei Drittel unseres Wassers aus dem Boden kommen.
Zusätzlich gibt es Probleme mit der Qualität. Neben Düngemitteln und Medikamenten landen immer öfter sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) im Wasser. Wenn dann im Sommer die Nachfrage durch Kühlungen und Gartenbewässerungen sprunghaft ansteigt, kann es zu Engpässen kommen. Im Hitzesommer 2023 mussten deshalb bereits in über 80 Landkreisen die Entnahmen eingeschränkt werden.
Die Gemeinde gibt praktische Tipps, wie man im Alltag sparen kann. Im Bad helfen Sparduschköpfe und das Abstellen des Wassers beim Zähneputzen. In der Küche sollten Waschmaschine und Geschirrspüler nur voll beladen und im Eco-Modus laufen. Auch die Spül-Stopp-Taste an der Toilette spart deutlich Wasser.
Im Garten ist Regenwasser aus Tonnen oder Zisternen die beste Wahl, da Trinkwasser für die Pflanzen zu schade ist. Gegossen werden sollte nur morgens oder abends, damit das Wasser nicht sofort verdunstet. Mulchen mit Rasenschnitt oder Rinde hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Wer heimische Stauden statt Rasen pflanzt oder Bäume setzt, hilft der Natur, die Feuchtigkeit besser zu speichern.
Weitere Informationen und detaillierte Tipps bietet der Umweltverband BUND online an.