Feldkirchen-Westerham appelliert an sparsamen Wasserverbrauch
In Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim, Bayern) wird die Lage beim Wasser ernst. Die Gemeinde warnt vor den Folgen von immer mehr Hitzetagen und langen Dürreperioden. Wenn es kaum regnet, aber gleichzeitig viel Wasser aus dem Boden gepumpt wird – etwa für den Garten, die Industrie oder die Landwirtschaft – sinken die Grundwasserstände gefährlich tief. Das schadet nicht nur der Natur, sondern gefährdet langfristig auch die Trinkwasserversorgung.
Ein Blick auf die Lage in Deutschland zeigt das Problem deutlich. Eine Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung im Auftrag des BUND belegt, dass etwa die Hälfte aller Landkreise unter Grundwasserstress leidet. In vielen Regionen wird jedes Jahr mehr Wasser entnommen, als natürlich nachfließen kann. Besonders kritisch ist das, weil über zwei Drittel unseres Trinkwassers direkt aus dem Grundwasser gewonnen werden.
Neben der Menge ist auch die Qualität ein Problem. Schadstoffe wie Nitrat oder sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) belasten die Vorräte. Wenn dann im Sommer die Nachfrage durch private Haushalte und Kühlanlagen sprunghaft ansteigt, müssen manche Landkreise die Entnahme sogar einschränken, wie es im Hitzesommer 2023 bereits in über 80 Kreisen passierte.
Die Gemeinde gibt deshalb praktische Tipps für den Alltag. Im Haus hilft ein Sparduschkopf, der den Verbrauch pro Minute fast halbiert. Wer beim Zähneputzen das Wasser abdreht oder die Waschmaschine nur voll belädt und das Eco-Programm nutzt, spart ebenfalls wertvolle Liter. Auch die Spül-Stopp-Taste am Klo bringt eine deutliche Ersparnis.
Im Garten ist vor allem das Gießen ein Hebel. Die Gemeinde rät dazu, Regenwasser in Tonnen oder Zisternen zu sammeln, statt Trinkwasser zu nutzen. Gegossen werden sollte nur morgens oder abends, damit das Wasser nicht sofort verdunstet. Wer Mulch aus Rasenschnitt oder Rinde auf die Beete gibt, hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Zudem helfen heimische Stauden statt klassischem Rasen, da diese besser mit Trockenheit klarkommen.
Zwar verbrauchen die Menschen in Deutschland im Schnitt weniger Wasser als noch vor 30 Jahren – heute sind es etwa 121 Liter pro Person und Tag –, doch die Klimakrise macht die Lage instabiler. Weitere Informationen und detaillierte Tipps bietet der Umweltverband BUND online an.