Euskirchen: Patientin gab sich als Krankenschwester aus
In einem Krankenhaus in Euskirchen kam es am Donnerstag, dem 16. Juli, zu einem ungewöhnlichen Diebstahl. Eine 20-jährige Patientin hatte sich zuvor aus einem Zimmer im Krankenhaus Dienstkleidung entwendet. In diesem Outfit bewegte sie sich anschließend über drei verschiedene Stationen hinweg durch das Gebäude.
Die junge Frau gab vor, Krankenschwester zu sein. Sie behauptete, Medikamente für andere Stationen abholen zu müssen. Da sie die passende Kleidung trug, wirkte sie auf das Personal glaubwürdig. Die Mitarbeiter händigten ihr deshalb mehrfach die gewünschten verschreibungspflichtigen Medikamente aus.
Auf der dritten Station scheiterte der Plan jedoch. Dort wurde die Frau dabei beobachtet, wie sie eigenständig einen Medikamentenschrank durchsuchte. Als Mitarbeiter sie darauf ansprachen, legte sie die Medikamente zwar zurück, konnte aber keine logische Erklärung für ihr Verhalten liefern. Kurz darauf verließ sie die Station.
Eine Mitarbeiterin prüfte im Anschluss die Angaben der Frau. Dabei stellte sich heraus, dass die 20-Jährige weder im Krankenhaus angestellt war noch einen Auftrag zum Abholen von Medikamenten hatte. Wenig später fanden die Verantwortlichen die Frau wieder, diesmal trug sie bereits wieder zivil.
Die Polizei konnte die entwendeten Medikamente in ihrem Patientenzimmer sicherstellen. Die Beamten fertigten Strafanzeigen wegen Diebstahls, Betrugs sowie des Missbrauchs von Titeln an. Euskirchen ist die Kreisstadt im Südwesten von Nordrhein-Westfalen.
Ob und inwieweit sich die Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.