Esslingen stellt gesamten Busverkehr auf Elektro um
In Esslingen am Neckar (Landkreis Esslingen, Baden-Württemberg) tut sich viel im öffentlichen Nahverkehr. Die Stadt kauft insgesamt 52 neue Oberleitungsbusse der Škoda Group ein. Die ersten zwei Fahrzeuge wurden bereits feierlich übergeben. Die restlichen Busse kommen bis Ende 2026 in die Stadt.
Das Besondere an den neuen Bussen ist die Technik: Sie sind eine Mischung aus klassischen Oberleitungsbussen und modernen Elektroautos. Solange die Busse unter der Leitung fahren, laden sie ihre Batterien einfach während der Fahrt auf. Wenn sie auf Strecken ohne Oberleitung fahren, nutzen sie den Strom aus der Batterie. Beim Bremsen wird zudem Energie zurückgewonnen und gespeichert.
Insgesamt gibt es zwei verschiedene Typen. Bis Ende des Jahres kommen zehn Solobusse mit 12 Metern Länge. Dazu kommen 42 Gelenkbusse, die rund 19 Meter lang sind. Für die Fahrgäste gibt es moderne Infos im Bus, WLAN und einen barrierefreien Einstieg.
Damit das Ganze funktioniert, wird auch das Netz aus Oberleitungen ausgebaut. Das aktuelle Netz ist etwa 29 Kilometer lang und soll um weitere fünf Kilometer erweitert werden. Aktuell läuft bereits der dritte von vier Bauabschnitten. Wenn alles fertig ist, fährt der gesamte Stadtverkehr elektrisch und CO-neutral, da die Busse mit grünem Strom versorgt werden.
Das Projekt kostet die Stadt insgesamt etwas mehr als 64 Millionen Euro. Einen großen Teil übernimmt der Staat: Das Bundesverkehrsministerium gibt rund 27 Millionen Euro dazu. Das ist die größte Einzelförderung in der Geschichte der Stadt. Zusätzlich steuert das Land Baden-Württemberg 1,43 Millionen Euro für sechs weitere Busse bei.
Nach der vollständigen Umstellung bis Ende 2026 will die Stadt als Vorbild für andere deutsche Kommunen dienen.