Essen testet KI-Assistent NRW.Genius im Rathaus
In Essen (Nordrhein-Westfalen) soll die Arbeit im Rathaus künftig moderner werden. Am Montag, den 17. August 2026, haben Oberbürgermeister Thomas Kufen und Landesministerin Ina Scharrenbach eine Vereinbarung unterzeichnet. Damit wird die Stadt Essen zu einer von drei Pilotkommunen, die das Programm NRW.Genius testen. Neben Essen machen auch Solingen und die Kreisstadt Bergheim mit.
Bei NRW.Genius handelt es sich um eine digitale Assistenz, die den Mitarbeitern im Büro unter die Arme greifen soll. Das Programm kann zum Beispiel lange Texte kurz zusammenfassen oder aus ein paar Stichpunkten einen ersten Entwurf für ein Schreiben erstellen. Außerdem kann die KI große Dokumentensammlungen durchsuchen und Fragen zu hochgeladenen Dateien beantworten. Entwickelt wurde die Technik vom Landesbetrieb IT.NRW.
Der Grund für den Test ist der Druck auf die Verwaltung. Die Stadt bekommt immer mehr Aufgaben, während gleichzeitig viele Mitarbeiter in Rente gehen. Vor allem wiederkehrende Schreibarbeiten fressen viel Zeit. Die Stadt möchte diese Zeit lieber für den direkten Service an den Bürgern nutzen. Oberbürgermeister Kufen betonte jedoch, dass die KI nur die Arbeit abnimmt, aber nicht die Verantwortung. Die endgültigen Entscheidungen treffen weiterhin Menschen.
Damit die Technik sicher genutzt wird, gibt es in Essen bereits seit Januar 2025 feste Regeln. Alle Mitarbeiter, die mit dem Computer arbeiten, müssen eine Schulung machen. Bevor ein Text, der von der KI erstellt wurde, verschickt wird, muss eine Fachkraft ihn prüfen. Zudem achtet die Stadt darauf, wo die Daten landen. Die Verarbeitung erfolgt auf Systemen, die das Land NRW selbst betreibt, um die digitale Sicherheit zu gewährleisten.
In den nächsten Monaten testen nun ausgewählte Bereiche der Verwaltung die Anwendung im Alltag. Die Stadt prüft dabei genau, was wirklich funktioniert und wo die Technik an ihre Grenzen stößt. Die Erfahrungen aus Essen sollen später auch anderen, kleineren Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen helfen.
Quelle: Essen – zur Originalmeldung