Essen ehrt Sozialpolitiker Heinrich Hirtsiefer zum 150. Geburtstag
Die Stadt Essen (Nordrhein-Westfalen) erinnert an Dr. Heinrich Hirtsiefer. Der Politiker wurde vor 150 Jahren geboren und prägte die Sozialpolitik seiner Zeit maßgeblich. Um dies zu feiern, gibt es im Herbst zwei Termine für Interessierte.
Der erste Abend findet am Donnerstag, den 10. September, statt. Um 18 Uhr beginnt im Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv am Ernst-Schmidt-Platz 1 ein Vortrag. Das Motto lautet: "Schlosser – Staatsminister – Sozialpolitiker". Im Anschluss wird eine Ausstellung eröffnet. Dort kann man Fotos und Dokumente sehen, von denen viele bisher noch nie veröffentlicht wurden. Es geht vor allem darum, wie Hirtsiefer sich für den sozialen Wohnungsbau einsetzte.
Ein weiterer Termin folgt am Donnerstag, den 15. Oktober. Hier spricht Prof. Dr. Wolfram Pyta von der Universität Stuttgart über Hirtsiefer als "vergessenes Bollwerk der Demokratie". Der Vortrag findet um 18 Uhr in der Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG am Heinrich-Hirtsiefer-Platz 1 statt. Die Türen öffnen bereits um 17 Uhr. Wer teilnehmen möchte, soll sich vorab per E-Mail an [email protected] anmelden.
Die Geschichte von Heinrich Hirtsiefer ist beeindruckend: Er wurde in Essen-Altendorf geboren und fing als Schlosser bei Krupp an. Über die Gewerkschaften arbeitete er sich bis in hohe Regierungsämter in Berlin hoch und wurde preußischer Minister für Volkswohlfahrt. Er war ein gläubiger Katholik und kämpfte für bessere Wohnbedingungen für normale Menschen.
Das Ende seines Lebens war jedoch dunkel. Hirtsiefer lehnte den Nationalsozialismus entschieden ab. Deshalb wurde er verfolgt und ins Konzentrationslager gesperrt. Er starb 1941 in Berlin an den Folgen seiner Haft.
Quelle: Essen – zur Originalmeldung