Eschwege und Bad Sooden-Allendorf: Betrüger mit Schockanrufen unterwegs
In Eschwege (Werra-Meißner-Kreis, Hessen) und Bad Sooden-Allendorf (Werra-Meißner-Kreis, Hessen) haben Betrüger zwei Frauen massiv unter Druck gesetzt. Die Masche war in beiden Fällen die gleiche: Die Opfer erhielten Anrufe auf ihrem Festnetz. Am anderen Ende der Leitung behaupteten die Täter, ein naher Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem Menschen gestorben seien.
In Eschwege passierte das gegen Mittag. Eine Frau wurde angerufen und bekam gesagt, ihr Sohn sei in einen Unfall verwickelt. Um zu verhindern, dass der Sohn ins Gefängnis kommt, müsse sie eine Kaution von mehreren tausend Euro zahlen. Die Frau war schockiert und handelte schnell. Sie packte Bargeld, Gold- und Silbermünzen sowie Silberbarren in einen Stoffbeutel. Gegen 13:40 Uhr übergab sie die Beute in der Friedrich-Wilhelm-Straße an einen Mann, der dort angeblich im Auftrag eines Richters wartete. Danach lief der Mann in Richtung Reichensächser Straße weg.
Der Betrug flog erst auf, als die Frau bei der Polizei anrief und wissen wollte, ob sie mit der Anruferin sprechen kann. Der Täter in Eschwege war etwa 30 bis 40 Jahre alt, rund 1,75 Meter groß, trug ein dunkles T-Shirt, eine Jeans und ein rotes Basecap mit einem weißen Emblem.
Fast zeitgleich lief es in Bad Sooden-Allendorf ähnlich ab. Auch hier wurde eine Frau mittags angerufen. Man erzählte ihr, ihre Tochter habe einen Unfall verursacht und eine Person sei gestorben. Auch hier hieß es: Zahle die Kaution, oder die Tochter kommt ins Gefängnis. Die Frau steckte Bargeld und wertvollen Schmuck in einen Umschlag. Gegen 15:00 Uhr übergab sie diesen in einem Wohngebiet zwischen der Sudetenstraße und der Ludwig-Rehn-Straße an einen Kurier. Der Mann war etwa 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und dunkel gekleidet. Vielleicht trug er auch eine Kappe. Erst als die Frau später mit ihrer Tochter telefonierte, merkte sie, dass alles eine Lüge war.
Die Polizei weiß noch nicht, ob hinter beiden Taten dieselbe Gruppe steckt. Sie sucht nun nach Zeugen. Wer in Eschwege gegen 13:40 Uhr beim Amtsgericht oder in Bad Sooden-Allendorf gegen 15:00 Uhr im genannten Wohngebiet etwas beobachtet hat, soll sich unter der Nummer 05651-9250 bei der Kripo in Eschwege melden.
Die Ermittlungen dauern an.