Erolzheim plant große Sanierung im Ortskern
Im Ortskern von Erolzheim (Landkreis Biberach, Baden-Württemberg) sieht es bald anders aus. Der Gemeinderat hat beschlossen, das Gebiet „Ortskern III“ umfassend zu sanieren. Ein Planungsbüro hatte zuvor die Lage geprüft und dabei viele Mängel gefunden. Etwa 60 Prozent der Gebäude im Bereich sind in einem schlechten Zustand und müssen technisch grundlegend saniert werden. Einige Häuser haben sogar schwerste Schäden, weshalb Wohnungen leer stehen oder nur teilweise genutzt werden können.
Die Gemeinde will nun gezielt eingreifen. Das Rathaus soll grundlegend saniert und erweitert werden, damit das Bürgerbüro barrierefrei wird. Außerdem wird das Haus am Marktplatz 9, die sogenannte „Schranne“, abgerissen. Der Marktplatz als Ortsmitte soll städtebaulich neu gestaltet werden. Ziel ist es, das Wohnen im Zentrum zu sichern und die Energieeffizienz der alten Häuser zu verbessern. Der Gemeinderat hat sich für ein vereinfachtes Sanierungsverfahren entschieden.
Auch für Familien gibt es wichtige Änderungen an der Grundschule. Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Das Angebot umfasst acht Stunden an fünf Werktagen pro Woche und gilt auch in den Ferien, mit Ausnahme von vier Wochen im Jahr. Die Gemeinde übernimmt ab jetzt die komplette Verantwortung für die Betreuung. Eltern können wählen, ob die Vormittagsbetreuung bis 13:00 Uhr oder bis 14:00 Uhr gehen soll. Die Anmeldung für das kommende Schuljahr ist bis zum Ende der ersten Schulwoche möglich.
Da die Nachfrage nach Ferienbetreuung gering ist, arbeitet Erolzheim mit anderen Gemeinden zusammen. Kinder aus Kirchberg, Dettingen, Berkheim, Tannheim, Rot an der Rot und Balzheim können ebenfalls in Erolzheim betreut werden, sofern noch Plätze frei sind. Kinder aus Erolzheim haben dabei Vorrang. Die beteiligten Gemeinden zahlen dafür eine Pauschale von 2500 Euro pro Schuljahr an Erolzheim.
In weiteren Beschlüssen ging es um kleinere Projekte: Die Fenster und die Tür des Turnraums in der Kindertagestätte werden beklebt, damit Passanten nicht hineinsehen können. An der Ziegelholzstraße wurde der Eichenprozessionsspinner im Staatswald beseitigt. Ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTW) für die Feuerwehr muss jedoch ein Jahr warten, da die beantragten Zuschüsse abgelehnt wurden.
Nicht gute Nachrichten gibt es bei der Schülerbeförderung. Der Landkreis stellt die Bezuschussung ein. Der Gemeinderat hat abgelehnt, diese Kosten anstelle des Landkreises zu übernehmen.
Quelle: Erolzheim – zur Originalmeldung