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Erfurt: Archäologen graben auf Rathausparkplatz nach jüdischer Geschichte

Copyright und Urheber siehe Erfurt

Auf dem Parkplatz am Rathaus suchen Experten nach den Überresten einer alten jüdischen Gemeinde. Besucher können die Arbeiten von einer speziellen Plattform aus beobachten.

In Erfurt (Landeshauptstadt von Thüringen) wird derzeit auf dem Rathausparkplatz tief gegraben. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie will dort die Spuren der zweiten jüdischen Gemeinde der Stadt freilegen. Diese lebte zwischen 1354 und 1454 genau in diesem Bereich.

Die Experten graben bis in eine Tiefe von etwa zweieinhalb Metern. Das Ziel ist es, die untersten Schichten der Gebäude zu finden. So wollen sie genau feststellen, wie die Häuser damals gebaut wurden. Als der Parkplatz in den 1990er Jahren entstand, wurde nur die oberste Erdschicht entfernt. Die damaligen Notizen der Bauarbeiter dienen den Archäologen heute als wichtige Orientierung.

Im ersten Abschnitt geht es um eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern. Hier soll vor allem das mittelalterliche jüdische Tanzhaus zum Vorschein kommen. In diesem Gebäude feierte die Gemeinde früher Hochzeiten und andere Feste. Erste Mauern sind bereits sichtbar.

Wer die Arbeit der Fachleute live sehen will, kann das „Welterbe-Schaufenster“ besuchen. Das ist ein Info-Container direkt neben der Grabungsstelle. Das Besondere: Man kann auf das Dach des Containers steigen und von dort aus genau beobachten, was die Archäologen finden. Im Inneren gibt es eine kleine Ausstellung. Dort sieht man unter anderem Funde aus dem Jahr 2011, die damals bei der Zweiten Synagoge gemacht wurden. Der Container heißt „Tanzhayzl“, was auf Jiddisch so viel wie „kleines Tanzhaus“ bedeutet.

Die Grabungen dauern voraussichtlich bis zum 18. September 2026. Danach wird der Parkplatz wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Der Info-Container bleibt jedoch stehen, um die Besucher auch nach Abschluss der Arbeiten über die neuen Erkenntnisse zu informieren. Interessierte können zudem Informationsveranstaltungen besuchen, zum Beispiel bei der Erfurter Denkmaltage.

Quelle: Erfurt – zur Originalmeldung

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