Emskirchen: Tausende Menschen beim Schanzenfest
Am Samstagnachmittag (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Bayern) wurde es in Emskirchen unruhig. Mehrere tausend Menschen wollten zum sogenannten Schanzenfest in den Gemeindeteil Altschauerberg. Eigentlich war das verboten. Die Gemeinde hatte eine Anordnung erlassen, die Gruppen von mehr als acht Menschen untersagte. Über soziale Netzwerke hatte sich das Treffen jedoch trotzdem herumgesprochen.
Schon ab Mittag sammelten sich die Leute bei einem Supermarkt in Emskirchen. Von dort aus zogen sie zu Fuß los. Am Ortsrand von Altschauerberg kamen schließlich aus allen Richtungen bis zu 3500 Menschen zusammen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Beamte der Bereitschaftspolizei, der Reiter- und Hundestaffel sowie Spezialeinheiten versuchten, die Menge zu stoppen. Vor allem junge Männer wollten in den Ort vordringen, doch die Polizei hielt sie auf.
Die Stimmung war extrem aggressiv. Viele Teilnehmer beschimpften die Polizisten, wehrten sich gegen Festnahmen oder griffen die Beamten sogar an. Besonders heftig wurde es bei den Pferden der Polizei: Einige Leute warfen Böller gegen die Tiere oder griffen sie direkt an. Die Polizisten mussten teilweise Gewalt anwenden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
Gefährlich wurde es zudem in den umliegenden Wäldern. Dort zündeten Unbekannte immer wieder Böller. Da es sehr heiß und trocken war, bestand die große Gefahr, dass ein Waldbrand ausbricht. Gegen 16:15 Uhr löste sich die Menge dann langsam auf und die meisten Menschen gingen zurück nach Emskirchen.
Die Polizeiinspektion Neustadt an der Aisch wertet den Einsatz nun aus. Es wird geprüft, gegen welche Teilnehmer Strafverfahren oder Bußgelder wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet werden. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Polizeipräsidium Mittelfranken – zur Originalmeldung