Eisenberg: Historische Akten im Rathausbrand vernichtet
Es war die Silvesternacht 1905 auf 1906, als ein Feuer im Dachstuhl des Rathauses in Eisenberg (Thüringen) ausbrach. Die Flammen zerstörten einen Teil der städtischen Unterlagen massiv. Über 200 Aktenbände verbrannten komplett, viele weitere Dokumente wurden stark angekohlt.
Das war ein herber Schlag für das Stadtarchiv, das erst wenige Jahrzehnte zuvor im Jahr 1855 von Theodor May aufgebaut worden war. Da im Rathaus kein Platz mehr war, mussten die überlebenden Akten im März 1906 kurzerhand ins Schloss verlegt werden. Dort begann Dr. Ernst Devrient aus Jena mit der mühsamen Arbeit, das Chaos in den Unterlagen wieder zu ordnen.
Doch das Feuer war nicht das einzige Problem in der Geschichte des Archivs. Später, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, vernichteten die damaligen Machthaber viele Akten. Auch die sowjetische Militäradministration entfernte später wichtige Dokumente aus den Beständen.
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb das Archiv oft in schlechten Verhältnissen untergebracht. Mal lagerten die Akten in Behelfsunterkünften, mal in einer kalten Fabrikhalle in der Mühlenstraße, wo es im Winter fast frieren konnte. 1975 kam es zudem zu massiver Verschimmelung, als das Archivgut während einer Rekonstruktion im FDGB-Haus beschädigt wurde.
Erst seit 1995 hat das Gedächtnis der Stadt einen würdigen Platz. Heute befinden sich die historischen Bestände in klimatisierten Magazinräumen im Verwaltungsgebäude am Markt 13/14, wo sie vor weiterer Zerstörung geschützt sind.
Quelle: Eisenberg – zur Originalmeldung