Eibenstock: Zwei neue Luchse im Wald ausgewildert
Im Forstbezirk Eibenstock (Westerzgebirge, Sachsen) gibt es zwei neue Bewohner. Am 17. August wurden die Luchse Lotta und Luca in die Freiheit entlassen. Das Projekt trägt den Namen »RELynx Sachsen«. Die Tiere kamen in Transportkisten, die mit Stroh ausgelegt waren. Als die Fachleute die Kisten vorsichtig öffneten, sprangen die beiden im Abstand von wenigen Minuten in den Wald.
Die beiden Tiere sind etwa ein Jahr alt. Lotta stammt aus dem Wildgatter Oberrabenstein des Tierparks Chemnitz. Luca kommt aus einem Tierpark in Belgien. Bevor es in den Wald ging, lebten die beiden im Frühjahr im Wildkatzendorf Hütscheroda. Dort wurden sie so vorbereitet, dass sie möglichst wenig Kontakt zu Menschen hatten. Zudem mussten sie Gesundheits- und Verhaltenstests bestehen.
Mit den beiden neuen Tieren will man den Genpool der sachsen Luchse verbessern. Die Tiere sollen widerstandsfähiger werden und eine Verbindung zu anderen Luchs-Gebieten schaffen. Es ist jedoch nicht immer einfach: Luca ist ein Geschwistertier von Luchs Anton. Dieser wurde im Spätsommer 2024 ausgewildert, starb aber kurze Zeit später, weil er überfahren wurde.
Neben den neuen Zuzügen gibt es gute Nachrichten von einer anderen Luchsin. Alva, die im Frühjahr 2024 ausgewildert wurde, hat erneut Nachwuchs bekommen. Wildkameras haben im Juli zwei Jungtiere gefilmt, die im Wald spielen. Die Geschwister aus dem Vorjahr sind mittlerweile selbstständig und halten sich immer noch im Gebiet auf.
Seit 2024 wurden im Forstbezirk Eibenstock insgesamt neun Tiere ausgewildert. Fünf kamen im Jahr 2024, darunter Alva und Nova aus der Schweiz sowie drei Männchen aus Gehegen. 2025 folgten Charlie und Freya. Die Tiere stammen aus einem europäischen Zuchtprogramm, das darauf abzielt, Luchs-Populationen von den Karpaten bis zu den Westalpen miteinander zu vernetzen.