Düren: Betrüger gibt sich als Polizist aus
Es begann am Freitag gegen Mittag mit einem Telefonanruf. Ein Mann rief bei dem Opfer in Düren (Nordrhein-Westfalen) an und behauptete, er sei von der Polizei. Er erzählte dem Mann, dass es in der Nachbarschaft einen Raubüberfall gegeben habe. Die Täter suchten angeblich nach Geld und Schmuck und würden das Telefon des Opfers bereits abhören. Deshalb sei sein Erspartes in Gefahr.
Der Betrüger fragte den Mann nach seiner Bank. Als dieser die Bank nannte, behauptete der Anrufer, dass auch dieses Institut betroffen sei. Er forderte den Mann auf, sein Geld sofort abzuheben und mit nach Hause zu nehmen.
Etwa 30 Minuten, nachdem der Geschädigte zurück in seinem Haus in der Straße Schieferbenden war, tauchte ein Unbekannter auf. Der Mann ließ sich das Bargeld zeigen. Zudem fragte er die Ehefrau des Opfers nach weiteren Wertsachen, woraufhin sie ihm ihre Schmuckkiste zeigte.
Dann kam die entscheidende Lüge: Der Betrüger behauptete, er müsse das Geld und den Schmuck zur sicheren Verwahrung auf die Polizeiwache bringen. Er nahm die Beute mit, hinterließ eine Telefonnummer und verschwand. Als das Ehepaar später versuchte, den Mann zu erreichen, war er nicht mehr erreichbar. Der finanzielle Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Bereich.
Der Tatverdächtige ist mittelgroß und hat ein sehr rechteckiges Gesicht. Besonders auffällig ist eine große Narbe auf der linken Gesichtshälfte, die über die gesamte Länge verläuft.
Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Wer am Freitag an der Straße Schieferbenden verdächtige Menschen oder Autos gesehen hat, soll sich unter der Nummer 02421 949-0 melden.
Die Beamten warnen eindringlich: Echte Polizisten verlangen niemals, dass Bürger Bargeld oder Schmuck zur Verwahrung übergeben. In solchen Fällen sollte man das Gespräch sofort beenden und die Polizei selbst über die offizielle Nummer anrufen.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.