Dümmer See: Teure Rettung für den Flachsee startet
Der Dümmer (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen) ist in einem schlechten Zustand. Vor allem zu viele Nährstoffe, besonders Phosphor, landen im flachen Wasser. Das führt immer wieder zu Blaualgen und massiven Fischsterben. Jetzt geht es endlich mit einem Großprojekt voran.
Anfang Juni 2026 hat der zuständige Landesbetrieb (NLWKN) die technischen Pläne beim Landkreis Osnabrück eingereicht. Das Herzstück der Sanierung ist ein riesiger Schilfpolder auf 200 Hektar. Dieser Bereich soll wie ein natürlicher Filter funktionieren. Er hält die Schadstoffe und Nährstoffe aus den Zuflüssen zurück, bevor sie den See erreichen. Ziel ist es, den jährlichen Phosphoreintrag massiv zu senken – auf durchschnittlich nur noch etwa vier Tonnen.
Damit das Ganze auch wirklich gebaut wird, hat die Landesregierung das Geld bereits fest eingeplant. Insgesamt fließen bis zum Jahr 2030 rund 65,3 Millionen Euro in die Sanierung. Das Geld wird nicht nur für den Schilfpolder genutzt, sondern auch für die Umlegung des Venner Moor Kanals Ost sowie für verschiedene Ausgleichsflächen.
Neben dem Naturschutz bringt der Polder auch praktische Vorteile für die Region. Er hilft dabei, Wasser in der Fläche zu speichern, wenn es zu trocken ist. Wenn es hingegen extrem stark regnet, dient die Fläche als Rückhaltebecken. Das soll den Hochwasserschutz verbessern – nicht nur direkt am Dümmer, sondern über die Hunte bis nach Oldenburg.
Zusätzlich gibt es Absprachen mit Landwirten in der Umgebung. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer wird versucht, die Bewirtschaftung der Felder so anzupassen, dass weniger Dreck in die Gewässer gespült wird. Besonders der Schutz vor Erosion steht dabei im Fokus.
Ob und wann genau die Bagger starten, hängt nun von der Genehmigung durch den Landkreis Osnabrück ab. Die Ermittlungen zur genauen Umsetzung der Planwerke dauern an.