Dresden prüft über 100.000 Stadtbäume auf Sicherheit
In Dresden (Sachsen) stehen rund 105.000 Bäume unter städtischer Aufsicht. Sie wachsen an Straßen, auf Spielplätzen, in Grünanlagen oder an Schulen. Damit keine Äste auf Passanten fallen oder Stämme instabil werden, prüfen zehn Baumkontrolleure des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft regelmäßig den Zustand der Pflanzen.
Die Experten schauen sich den Baum ganzheitlich an. Sie prüfen den Wurzelbereich, den Stamm und die Krone. Alles, was auffällt, wird digital in einer App gespeichert. So wissen die Beamten bei der nächsten Runde genau, welche Schäden es gab und was bereits erledigt wurde. Grundsätzlich wird jeder städtische Baum einmal im Jahr kontrolliert. Nach schweren Stürmen gibt es zusätzlich Sonderkontrollen.
Die Arbeit ist oft ein Abwägen. Die oberste Regel lautet: So wenig wie möglich schneiden. Denn jede Schnittstelle kann eine Eintrittspforte für Pilze sein. Meistens wird nur Totholz entfernt oder bei jungen Bäumen die Krone gepflegt. Wenn die Sichtkontrolle nicht ausreicht, kommen Spezialfirmen zum Einsatz. Mit Schalltomografie oder Bohrmessungen wird geschaut, wie tief Fäulnis im Inneren eines Stammes sitzt. Ein Beispiel ist die 150 Jahre alte Platane vor dem Rathaus: Sie hat eine Höhlung im Stamm, wird aber durch Seilsicherungen geschützt, damit Äste nicht unkontrolliert auf die Straße fallen.
Besonders tückisch sind Schäden an den Wurzeln. Wenn bei Bauarbeiten Wurzeln gekappt werden, können Pilze das Holz zersetzen, ohne dass man es von außen sieht. Die Kontrolleure nutzen deshalb Sondierstäbe, um im Boden nach Hohlräumen zu suchen. Auch Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen zu. Besonders alte Bäume kommen mit dem aktuellen Klima schlecht klar und verlieren an Kraft.
Um die Zukunft zu sichern, plant die Stadt bei neuen Pflanzungen größere Wurzelräume unter der Erde. Zudem müssen rund 6.000 Jungbäume regelmäßig gegossen werden. Eine einzige Bewässerungsrunde kostet die Stadt zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Hier helfen auch Freiwillige, etwa über die Initiative „Dresden gießt“.
Weitere Informationen gibt es unter www.dresden.de/baum oder dresdengiesst.de.
Quelle: Dresden – zur Originalmeldung