Dresden: Ausstellung über jüdische Sportstars im Stadion
Vom Montag, 24. August, bis zum Sonntag, 20. September 2026, gibt es auf der Plaza des Heinz-Steyer-Stadions in Dresden (Sachsen) etwas Besonderes zu sehen. Unter dem Titel „Zwischen Erfolg und Verfolgung“ zeigt die Stadt eine Ausstellung über jüdische Sportstars, die bis 1933 und danach den deutschen Sport geprägt haben. Die Aktion ist Teil des Projekts „TACHELES“, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.
Besucher sehen dort überlebensgroße Silhouetten von 17 Sportlern. Das waren echte Idole ihrer Zeit: Weltmeister, Olympiasieger und Rekordhalter. Die Ausstellung erzählt, wie diese Menschen erst gefeiert wurden und dann, weil sie Juden waren, aus ihren Vereinen geworfen und ihre Titel weggenommen wurden. Einige mussten fliehen, wie der Fußball-Pionier Walther Bensemann. Andere, wie Julius Hirsch oder Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet.
Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist der Bezug zu Dresden selbst. Es gibt eine extra Tafel zu den jüdischen Sportvereinen der Stadt in den 1920er und 30er Jahren. So wird etwa an den Verein „Bar Kochba“ erinnert, der 1919 gegründet wurde und 1928 sogar einen eigenen Platz im Ostragehege hatte. Auch lokale Sportler wie Ruth Weinberg oder Alfred Schwarz werden vorgestellt.
Um die Brücke in die Gegenwart zu schlagen, ist auch die Schwimmerin Sarah Poewe dabei. Sie gewann 2004 in Athen als erste jüdische Athletin nach dem Zweiten Weltkrieg eine olympische Medaille für Deutschland.
Die Eröffnung findet am Montag, 24. August 2026, um 18 Uhr im Veranstaltungsraum des Stadions statt. Der Eintritt ist kostenlos. Es gibt einen Vortrag des Sporthistorikers Dr. Berno Bahro und eine Podiumsdiskussion über die Geschichte jüdischer Sportvereine in Dresden. Für Menschen mit Hörbehinderung gibt es Dolmetscher in Gebärdensprache.
Wer mehr wissen will, kann die Ausstellung auch online besuchen. Über QR-Codes an den Stationen gelangt man auf die Seite www.juedische-sportstars.de, wo es noch mehr Texte und Fotos gibt.
Quelle: Dresden – zur Originalmeldung