Dortmund: Polizei hilft Obdachlosen im Gast-Haus
Im Unionviertel in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) gibt es das Gast-Haus statt Bank an der Rheinischen Straße. Dort bekommen arme Menschen täglich Hilfe, egal ob beim Frühstück, bei der Kleiderausgabe oder durch medizinische Unterstützung. Allein beim Frühstück kommen täglich bis zu 400 Leute vorbei.
Die Polizei aus Dortmund arbeitet mittlerweile eng mit dem Haus zusammen. Am 17. August 2026 gab es dort ein spezielles Training für Rollatoren. Viele der Gäste sind älter und brauchen Gehhilfen, um mobil zu bleiben. Drei Polizeihauptkommissarinnen zeigten den Menschen zwei Stunden lang, wie man die Geräte richtig bedient und sicher über Hindernisse kommt. Das ist besonders wichtig, weil Obdachlose nach einem Krankenhausaufenthalt oft direkt wieder auf die Straße müssen und niemanden haben, der ihnen hilft.
Die Stimmung beim Training war locker, es wurde viel gelacht. Ein Teilnehmer erzählte den Beamten, dass er auf der Straße oft angefeindet werde. Er war dankbar für die Hilfe und meinte, dass sonst kaum jemand so mit ihnen rede.
Eine Woche später, am 24. August 2026, gab es eine weitere Aktion. Um 10 Uhr trafen sich zwölf Frauen im Frauencafé in der ersten Etage des Hauses. In diesem geschützten Raum sprach eine Polizeihauptkommissarin mit den Frauen über ihren Alltag. Das Gespräch dauerte zwei Stunden und war sehr emotional. Die Frauen berichteten von Armut und Unsicherheit. Viele von ihnen waren Opfer von Straftaten geworden, hatten diese aber nie angezeigt.
Ziel der Polizei ist es, dass die Menschen wieder Vertrauen fassen und Anzeigen erstatten, damit die Täter gefasst werden. Nach dem schweren Gespräch kochten die Polizei und die Mitarbeiter des Gast-Hauses gemeinsam ein Drei-Gänge-Menü für die Frauen.
Die Polizei will diese Zusammenarbeit fortsetzen. Sowohl die Rollatortrainings als auch die Gespräche im Frauencafé sollen regelmäßig stattfinden. Seit August 2024 gibt es bei der Polizei eine eigene Abteilung, die genau dafür zuständig ist: den Dialog und das Vertrauen in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern.