Dortmund: Mieten steigen und Neubau bricht ein
Wer in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) heute eine neue Wohnung sucht, muss tief in die Tasche greifen. Die Mieten steigen weiter an. Im Durchschnitt zahlen Mieter bei neuen Verträgen in bestehenden Häusern 9,30 Euro pro Quadratmeter kalt. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Neubauten ist es noch teurer: Hier liegt der Schnitt bei 13,71 Euro.
Besonders schwierig ist die Lage für Familien. Es gibt immer mehr junge Leute zwischen 31 und 45 Jahren und mehr Kinder in der Stadt. Diese suchen große Wohnungen, aber das Angebot ist zu gering. Das führt dazu, dass viele Menschen gar nicht mehr umziehen, weil ihre alten Mietverträge viel günstiger sind als alles, was aktuell auf dem Markt ist. Die Umzugsrate ist auf einem historischen Tiefstand.
Auch beim Bauen läuft es nicht gut. Im Jahr 2025 wurden in Dortmund nur 898 Wohnungen fertiggestellt. Das sind fast 44 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch die Baugenehmigungen sind massiv eingebrochen. Während es in Nordrhein-Westfalen insgesamt wieder etwas aufwärts geht, hinkt Dortmund hinterher. Die Gründe dafür sind hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und die unsichere Weltlage durch die Kriege in der Ukraine und im Golfraum.
Besonders kritisch sieht es bei den Sozialwohnungen aus. Zwar hat die Stadt 2025 eine Rekordsumme von 109,5 Millionen Euro für 604 geförderte Wohnungen locker gemacht. Trotzdem schwindet der Bestand. Weil viele alte Preisbindungen auslaufen, könnten bis 2035 fast halb so viele Sozialwohnungen übrig bleiben wie heute – ein Absturz von fast 20.000 auf rund 11.700 Wohnungen. Die Wartelisten wachsen: Ende 2025 standen rund 2.600 Haushalte auf der Liste, aber vermittelt werden konnten nur etwa 900.
Die Stadt versucht nun gegenzusteuern. Seit Mai 2026 gibt es den sogenannten „Bauturbo“. Damit sollen Genehmigungen schneller gehen. Ein wichtiger Plan ist es, alte, ungenutzte Büroflächen in Wohnungen umzuwandeln. Ein Beispiel ist die ehemalige VEW-Zentrale. Zudem gibt es in Stadtteilen wie Brackel, Scharnhorst, Aplerbeck, Hombruch und Huckarde noch große Flächen, auf denen gebaut werden kann. In der Innenstadt-Nord ist hingegen kein Platz mehr; dort muss abgerissen oder umgebaut werden.
Ein kleiner Lichtblick gibt es für Leute, die selbst bauen oder kaufen wollen. Die Preise für Einfamilienhäuser im Bestand sind leicht um 5 Prozent auf rund 511.000 Euro gesunken. Neubauten liegen im Angebot bei etwa 590.000 Euro. Reihen- und Doppelhäuser kosten stabil zwischen 350.000 und 425.000 Euro.
Ob der „Bauturbo“ und die Umwandlung von Büros wirklich helfen, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Die Ermittlungen über die genaue Marktentwicklung dauern an.
Quelle: Dortmund – zur Originalmeldung