Dortmund: KI soll Schlägereien am Hauptbahnhof erkennen
Am Dortmunder Hauptbahnhof (Nordrhein-Westfalen) wird derzeit ein neues Sicherheitsprojekt ausprobiert. Seit Ende August nutzt die DSW21 auf der Verteilerebene der Stadtbahnstation eine Künstliche Intelligenz (KI), die die Videobilder auswertet. Ziel ist es, körperliche Auseinandersetzungen und große Menschenansammlungen früher zu erkennen, als es ein Mensch vor dem Monitor schaffen würde.
Für das Projekt wurden keine neuen Kameras installiert. Stattdessen nutzt das System sieben bereits vorhandene Kameras auf der Verteilerebene. Die Bilder laufen auf einen speziellen KI-Server, der lokal vor Ort installiert ist und nicht mit dem Internet verbunden ist. Die Software vergleicht die Live-Bilder mit hinterlegten Mustern von Schlägereien. Dabei schaut die KI nicht nur auf einzelne Bewegungen, sondern auf die ganze Situation im Raum.
Wenn das System eine mögliche Schlägerei erkennt, gibt es in der Leitstelle der DSW21 einen Hinweis. Erst in diesem Moment wird das entsprechende Live-Bild auf einem Monitor eingeblendet, der vorher schwarz war. Die Mitarbeiter in der Leitstelle entscheiden dann selbst, ob es sich wirklich um einen Vorfall handelt. Wenn ja, schicken sie Sicherheitsleute oder rufen die Polizei.
Die DSW21 betont, dass die KI keine Gesichter erkennt und keine biometrischen Daten auswertet. Es findet also keine automatische Identifizierung von Menschen statt. Auch die Zeit, wie lange die Videos gespeichert werden, bleibt gleich.
Unterstützt wird die DSW21 bei dem Test von der Firma Staige aus Essen und dem IT-Unternehmen Adesso. Das Pilotprojekt läuft über mehrere Monate. Danach wird geprüft, ob die Technik wirklich hilft. Wenn die Ergebnisse positiv sind, soll das System dauerhaft am Hauptbahnhof bleiben.
Weitere Details zum Projekt finden Interessierte auf der Webseite bus-und-bahn.de/ki-videobeobachtung.
Quelle: Dortmund – zur Originalmeldung