Dobitschen wählt neuen Bürgermeister in Stichwahl
In Dobitschen (Landkreis Altenburger Land, Thüringen) steht am Sonntag, den 19. Juni 2016, eine Stichwahl zum Bürgermeisteramt an. Die Wähler werden ab 8 Uhr morgens aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Zur Wahl stehen Bernd Franke und Egon Steinicke.
Die Situation im Ort ist kurios: Eigentlich wollte sich niemand für das Amt bewerben. Bei der ersten Wahl am 5. Juni gab es deshalb keine offiziellen Kandidaten. Die Bürger mussten daher Namen auf sogenannte weiße Zettel schreiben. Bernd Franke erhielt dabei 52 Stimmen, Egon Steinicke 49. Da keiner von beiden die absolute Mehrheit erreichte, ist die Stichwahl nun gesetzlich vorgeschrieben. Die beiden Männer mussten laut Wahlrecht antreten, auch wenn sie sich nicht selbst als Bewerber gesehen hatten.
Besonders ungewöhnlich ist der aktuelle Wahlkampf. Egon Steinicke hat sich in einem Schreiben an alle Haushalte und auf der Internetseite der Gemeinde zu Wort gemeldet. Er bittet die Bürger, ihre Stimme seinem Mitbewerber Bernd Franke zu geben. Steinicke begründet dies damit, dass Franke als amtierender Bürgermeister bereits in die aktuellen Probleme eingearbeitet ist. Er habe die nötigen Kontakte zu Behörden und Firmen geknüpft und könne die anstehenden Aufgaben schneller erledigen.
Der Hintergrund der Vakanz ist ein Streit im Gemeinderat. Der frühere Bürgermeister Olaf Heinke war zum 1. Dezember des Vorjahres zurückgetreten, nachdem es einen heftigen Disput über seine Amtsführung gegeben hatte. Der Gemeinderat stand nicht mehr hinter ihm, woraufhin Heinke die Konsequenzen zog. Bernd Franke übernahm seither als Stellvertreter das Amt.
Nach der Wahl am Sonntag hat der Sieger eine Woche Zeit, um zu entscheiden, ob er das Amt überhaupt annimmt. Sollte der Gewinner die Wahl ablehnen, gibt es keinen automatischen Aufstieg für den Zweitplatzierten. In diesem Fall müsste das Landratsamt innerhalb der nächsten drei Monate neue Wahlen ansetzen.
Quelle: Dobitschen – zur Originalmeldung