Darmstadt stoppt teuren Neubau auf der Mathildenhöhe
In Darmstadt (Hessen) gibt es schlechte Nachrichten für die Baupläne auf der Mathildenhöhe. Der Neubau eines großen Informationszentrums wird gestoppt. Oberbürgermeister Hanno Benz und Stadtplanungsdezernent Paul Georg Wandrey haben am Montag (17. August 2026) bekannt gegeben, dass es erst einmal einen Baustopp gibt. Die Stadt will das gesamte Konzept für das UNESCO-Welterbe neu überdenken.
Eigentlich fing alles 2016 an. Damals wollte man ein Zentrum für Besucher bauen, um den Auftrag der UNESCO zu erfüllen. Im Jahr 2019 wurde beschlossen, ein Gebäude mit 1.500 Quadratmetern auf dem Osthang zu errichten. Die Kosten sollten damals bei etwa 6,2 Millionen Euro liegen. Doch dann kam der Welterbe-Titel im Jahr 2021, und mit ihm kamen strenge Auflagen. Die UNESCO und die Denkmalpfleger kritisierten die Pläne. Das Gebäude musste kleiner und anders gestaltet werden.
Das Problem war: Die Änderungen machten das Projekt nicht billiger, sondern viel teurer. Plötzlich lag die Summe nicht mehr bei 6 Millionen, sondern bei etwa 21 Millionen Euro. Die Stadt vergleicht das nun mit anderen Städten: In Mainz kostete ein ähnliches Zentrum fünf Millionen, in Bamberg neun Millionen. In Darmstadt war das Projekt also massiv teurer als anderswo.
Zudem gibt es an der Mathildenhöhe andere Baustellen, die dringender sind. Für die Sanierung des Hochzeitsturms, des Bacchusbrunnens und weiterer Häuser wie dem Oberhessischen Haus fehlen rund 15,6 Millionen Euro. Die Stadt hat zudem festgestellt, dass es gar kein echtes Konzept dafür gibt, wie die Inhalte im neuen Zentrum vermittelt werden sollten. Man hat erst an der Architektur gebaut, bevor man wusste, was eigentlich hinein soll.
Die Stadtverwaltung zieht daraus nun eine Lehre. In Zukunft soll es kein „Wünsch-dir-was“ mehr bei Bauprojekten geben. Zuerst wird festgelegt, wie viel Geld vorhanden ist, und dann muss die Planung in diesen Rahmen passen – und nicht umgekehrt. Ein Risikopuffer von 15 Prozent soll künftig Pflicht werden.
Jetzt wird erst einmal geplant. Die Stadt will prüfen, ob ein zentrales Gebäude überhaupt nötig ist oder ob digitale Angebote oder kleinere Stationen ausreichen. Auch eine Verbindung zu anderen Welterbestätten in der Region, wie dem Kloster Lorsch oder der Grube Messel, soll geprüft werden. Ob und in welcher Form am Ende doch ein Gebäude entsteht, wird erst nach Vorliegen eines neuen Fachkonzepts entschieden.
Quelle: Darmstadt – zur Originalmeldung