Darmstadt plant neue Maßnahmen gegen offene Drogenszene
In Darmstadt (Hessen) soll es in Zukunft anders zugehen rund um den Herrngarten und das Scentral. Der Magistrat hat am 2. September einen Plan beschlossen, um die offene Drogenszene besser in den Griff zu bekommen. Das Ziel ist klar: Die Kranken sollen Hilfe bekommen, aber die Straßen und Plätze sollen sauberer und sicherer werden.
Ein wichtiger Teil des Plans ist ein neuer Aufenthaltsbereich am Herrngarten. Dieser Bereich soll von Sozialarbeitern begleitet werden, damit die Szene räumlich an einem Ort gebündelt wird. Wichtig ist dabei: Es ist kein offizieller Konsumraum. Die Stadt baut den Bereich so, dass man ihn später auch wieder rückbauen kann.
Damit die Betroffenen besser erreicht werden, gibt es mehr Streetwork. Die Sozialarbeiter sollen nun auch morgens, abends und an drei Tagen pro Woche bis Mitternacht unterwegs sein. Sie helfen bei der Vermittlung von Notfallschlafstellen und verteilen sterile Spritzen und Zubehör.
Ob es richtige Konsumräume gibt, ist noch offen. Die Stadt prüft derzeit, ob man im Außenbereich des Scentral einen Raum zum Inhalieren und einen anderen für Spritzen einrichten kann. Dafür muss Darmstadt aber erst mit dem Land Hessen und dem Betäubungsmittelgesetz klären, ob das rechtlich erlaubt ist. Bis dahin bleibt der Hof des Scentral konsumfrei. Die zwölf Tagesruheplätze im Scentral, die es schon seit Dezember 2025 gibt, sollen auf jeden Fall bis August 2027 weitergeführt werden.
Für mehr Ordnung will die Stadt die Stadtpolizei verstärken. Es wird gerade geprüft, wie viele neue Leute nötig sind. Als Übergangslösung überlegt der Magistrat, einen privaten Sicherheitsdienst einzustellen. Dieser kann die Leute zwar bewachen, aber keine Bußgelder verhängen oder andere polizeiliche Maßnahmen durchsetzen.
Auch die Hygiene soll besser werden. Der Herrngarten und vor allem die Spielplätze werden weiterhin zweimal am Tag gereinigt, um Spritzen und anderen Müll schnell zu entfernen. Gleichzeitig will die Stadt junge Menschen schützen. Es soll mehr Suchtprävention und eine spezielle Beratung für Jugendliche geben, damit gar nicht erst eine Abhängigkeit entsteht.
Der Plan geht nun an die Stadtverordnetenversammlung. Dort muss entschieden werden, ob die Maßnahmen so umgesetzt werden.
Quelle: Darmstadt – zur Originalmeldung