Crailsheim bekämpft Eichenprozessionsspinner mit Drohnen
In Crailsheim (Baden-Württemberg) gibt es ein eingespieltes System gegen den Eichenprozessionsspinner. Die kleinen Raupen mit den hellen Haaren sind für Menschen gefährlich. Ihr Kontakt kann juckende Pusteln oder Probleme beim Atmen auslösen. Besonders Allergiker müssen vorsichtig sein.
Die Stadtverwaltung geht das Problem strategisch an. Da es im städtischen Baumkataster 799 Eichen gibt, konzentrieren sich die Mitarbeiter des Baubetriebshofs auf die wichtigsten Orte. Behandelt werden vor allem Spielplätze, Schulen, öffentliche Parks, Sportplätze sowie Gehwege und Straßen in der Innenstadt. In den Stadtwald oder auf Wanderwege schafft die Stadt hingegen keine Kapazitäten für eine Bekämpfung.
Der wichtigste Teil der Arbeit passiert bereits im Frühjahr. Dann werden rund 300 Bäume ein- bis zweimal biologisch behandelt. Die Stadt nutzt dafür Drohnen, die sogenannte Nematoden ausbringen. Das sind Nützlinge, die die Larven der Raupen vernichten. Diese Methode ist sicher für Mensch und Tier, weshalb die betroffenen Bereiche nicht abgesperrt werden müssen. Zudem ist der Einsatz der Drohnen schneller und günstiger als das Absaugen der Nester.
Zusätzlich werden etwa 200 Bäume bei Bedarf mit einem Spezialsauger gereinigt. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofs nutzen dafür Hubarbeitsbühnen und tragen Schutzanzüge sowie Atemschutzmasken. Das passiert vor allem dort, wo Straßen oder Plätze nicht kurzfristig gesperrt werden können.
Horst Kettemann vom Baubetriebshof erklärt, dass die gefährlichste Zeit meist Ende Juli vorüber ist. Zwischen Mai und Juni bilden die Raupen ihre Brennhaare aus, doch ab Ende Juli bis September fliegen sie als Falter und sind dann ungefährlich. Trotzdem warnen die Experten vor alten Nestern, da dort oft noch Brennhaare zurückbleiben. Auch Wind kann die Haare im Wald verwehen, weshalb eine hundertprozentige Sicherheit selbst bei behandelten Bäumen nicht möglich ist.
Wer genau sehen möchte, wie die Bekämpfung funktioniert, kann sich dazu ein Video auf dem YouTube-Kanal der Stadtverwaltung Crailsheim ansehen.
Quelle: Crailsheim – zur Originalmeldung