Coesfeld: Baubetriebshof warnt vor Mähen von Wegrändern
An den Wirtschaftswegen im Außenbereich von Coesfeld (Kreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen) sieht es momentan an vielen Stellen wild aus. Das ist jedoch Absicht. Lange Gräser, Blüten und vertrocknete Halme sollen dort bewusst stehen bleiben. Diese naturnahen Wegränder dienen als wichtige Lebensräume für Insekten, kleine Tiere und verschiedene Pflanzenarten.
Der Baubetriebshof der Stadt verfolgt hier eine feste Strategie. Im Frühjahr wird nur ein schmaler Streifen von etwa 50 Zentimetern direkt an der Fahrbahn gemulcht. Das reicht aus, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Der Rest des Grüns bleibt bis in den Herbst stehen. Im September folgt eine zweite Mahd, bei der gezielt Bereiche stehen gelassen werden, damit Insekten dort überwintern können. An manchen Stellen kommen spezielle Maschinen zum Einsatz, die das Mähgut direkt mitnehmen. So wird dem Boden Nährstoff entzogen, was wiederum seltenen Kräutern und wertvollen Pflanzen hilft.
Doch nicht jeder hält sich an dieses Konzept. Ingo Kappel vom Baubetriebshof berichtet, dass einige Landwirte und Anrainer die Wegränder ohne Absprache heruntermähen oder sogar darauf ackern. Das ist problematisch, da Tiere und Insekten am Boden oft sofort getötet werden. Zudem bleibt das zerkleinerte Gras oft auf der Fläche liegen. Die dadurch zurückgeführten Nährstoffe fördern Pflanzen wie Brennnesseln oder Disteln, die alles andere verdrängen. Damit wäre der Plan, vielfältige Rückzugsorte für die Natur zu schaffen, hinfällig.
Die Stadt appelliert daher an die Landwirtschaft und die Nachbarn, die Wegränder in Ruhe zu lassen. Die betroffenen Flächen sind durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Ziel bleibt es, durchgängige naturnahe Streifen zu erhalten und die Artenvielfalt in der Region zu fördern.
Quelle: Coesfeld – zur Originalmeldung