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Charlottenburg-Wilmersdorf steigt aus Stadtbaumkampagne 2027 aus

Der Bezirk will zwar genauso viele Bäume pflanzen wie geplant, lehnt aber die Vorgaben der Berliner Senatsverwaltung ab.

In Charlottenburg-Wilmersdorf (Berlin) gibt es Streit um die neuen Bäume in den Straßen. Das Bezirksamt wird nicht an der Stadtbaumkampagne 2027 teilnehmen. Eigentlich geht es darum, die Stadt grüner zu machen und das Klima zu verbessern. Doch der Bezirk und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sind sich bei der Umsetzung nicht einig.

Der Kern des Problems sind die Baumscheiben, also die Erde rund um den Stamm. Die Senatsverwaltung will, dass diese im Schnitt sechs Kubikmeter groß sind. Das Bezirksamt sagt: Das ist viel zu wenig. Laut Fachstandards müssten es mindestens zwölf Kubikmeter sein, bei großen Bäumen sogar bis zu 36 Kubikmeter. Nur so hätten die Bäume genug Platz zum Wachsen und würden langfristig überleben.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger kritisiert, dass die Senatsverwaltung nur auf die Menge der Bäume schaue, aber nicht auf die Qualität. Er wirft der Verwaltung vor, damit gegen das Klimaanpassungsgesetz zu verstoßen. Andere Städte wie München oder Bremen würden die höheren Standards bereits nutzen.

Der Bezirk hat versucht, den Streit beizulegen. Seit April bot Charlottenburg-Wilmersdorf an, die Mehrkosten für die größeren Baumscheiben selbst zu bezahlen. Die Senatsverwaltung lehnte dies jedoch ab. In einer E-Mail vom 30. Juli 2026 begründete die Verwaltung dies mit dem Kostenrahmen und der Gleichbehandlung aller Bezirke.

Das Bezirksamt zieht nun die Konsequenz und macht alleine weiter. Es werden trotzdem 225 Bäume gepflanzt, allerdings nach den hochwertigen Fachstandards. Das Geld dafür kommt aus Fördermitteln des Bundes, die der Bezirk eingeworben hat. So will man verhindern, dass die Bäume später erneut umgepflanzt oder die Scheiben erweitert werden müssen.

Ob die Senatsverwaltung ihre Vorgaben für die anderen Bezirke anpasst, bleibt abzuwarten.

Quelle: Senatskanzlei Berlin – zur Originalmeldung

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