Burglengenfeld: Freilichtspiel über mittelalterliche Hinrichtungen
In Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf, Ostbayern) gibt es bald eine besondere Aufführung unter freiem Himmel. Am Samstag, den 12. September, wird ab 20 Uhr das Freilichtspiel „Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“ gezeigt. Das Besondere dabei ist der Ort: Das Stück wird direkt dort aufgeführt, wo die Ereignisse früher wirklich passierten.
Im Mittelpunkt des Schauspiels steht ein besonders schrecklicher Fall. Es geht um den Doppelmörder Andreas Büchl aus Regendorf. Er wurde am 9. Juni 1809 auf dem Galgenberg mit dem Schwert enthauptet. Das Stück besteht aus drei Szenen, in denen der Landrichter, der Verurteilte, eine Zeugin und der Scharfrichter zu sehen sind. Gerhard Schneeberger leitet das Schauspielerteam, zu dem Alexander Spitzer, Michael Chwatal sowie Stephanie und Christian Meßmann gehören.
Um die Stimmung zu steigern, spielt ein Blechbläserensemble der Vituskapelle zwischen den Szenen historische Musik. Die Darstellungen lehnen sich an einen Roman der Autorin Anna Maria Schenkel an, die über die Verbrechen von Andreas Büchl geschrieben hat.
Neben dem Schauspiel gibt es auch geschichtliche Informationen. Die Zuschauer erfahren mehr über das „Gewaltige Landgericht auf dem Nordgau“ und das sogenannte Blutrecht. Damit ist die Befugnis gemeint, Todesstrafen zu verhängen. Auf dem Galgenberg markiert heute noch ein befestigter Steinkranz die Stelle, an der früher ein Podest und ein hölzerner Galgen standen. Damals wurde nicht nur mit dem Schwert oder dem Strang hingerichtet, sondern auch durch Verbrennen oder das Rädern.
Wer dabei sein möchte, muss sich anmelden. Das geht entweder über die vhs im Städtedreieck oder telefonisch unter 09471/3022333. Die Teilnahme kostet zwölf Euro. Treffpunkt ist direkt auf dem Galgenberg. Wichtig: Für Kinder unter 14 Jahren ist die Vorstellung nicht geeignet.