Bürgersolarpark in Speichersdorf gewinnt Bayerischen Energiepreis
Anfang Juli hat Staatsminister Hubert Aiwanger die Gewinner des Bayerischen Energiepreises 2026 geehrt. Eine der Auszeichnungen ging an den Bürgersolarpark in Speichersdorf (Landkreis Bayreuth). Insgesamt hatten sich 200 Firmen, Kommunen und Planungsbüros aus ganz Bayern um den Preis beworben, der alle zwei Jahre für besondere Leistungen beim Energiesparen und bei erneuerbaren Energien vergeben wird.
Das Projekt in Speichersdorf ist deshalb so erfolgreich, weil es auf das sogenannte „Speichersdorfer Modell“ setzt. Auf einer Fläche von etwa 16 Hektar wurde eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Die Gemeinde hält dabei 51 Prozent der Anteile und kann so bestimmen, wie der Park betrieben wird. Zusammen gearbeitet wurde hier mit der Raiffeisenbank am Kulm eG und der Bürgerenergiegesellschaft INKAS+SOLAR GmbH & Co. KG. Dadurch bleibt das Geld aus dem Stromverkauf größtenteils in der Region.
Besonders wichtig war die Beteiligung der Menschen vor Ort. Über Crowdfunding konnten sich Bürger bereits ab 250 Euro einkaufen. Insgesamt kamen so mehr als 1,1 Millionen Euro an Bürgerkapital zusammen. Das sorgte dafür, dass die Menschen im Ort hinter dem Projekt standen und der Gemeinderat alle Entscheidungen einstimmig treffen konnte.
Der Solarpark ging im März 2023 in Betrieb. Mit einer Spitzenleistung von 19 Megawatt peak erzeugt die Anlage so viel Strom, wie die gesamte Gemeinde inklusive der Industrie und Gewerbebetriebe verbraucht.
Auch auf Details wurde geachtet: Damit das Gras unter den Modulen kurz bleibt, kommen Schafe eines örtlichen Schäfers zum Einsatz. Die Gemeinde hat zudem eine feste Stelle für das Klimaschutzmanagement geschaffen. In Zukunft soll es einen eigenen Regionalstromtarif geben. Außerdem will man den Park mit Batterien oder Wasserstoffspeichern ergänzen.
Landrat Florian Wiedemann sieht in dem Preis ein starkes Signal für den gesamten Landkreis. Das Projekt zeige, dass die Energiewende funktioniert, wenn die Menschen vor Ort mitmachen.