Bürgermeister von Auenwald geht vorzeitig
Kai-Uwe Ernst räumt seinen Posten als Bürgermeister von Auenwald (Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg). Er beendet seine Amtszeit vorzeitig zum 31. August 2026. Die Entscheidung fiel nicht leicht, ist aber laut Ernst das Ergebnis einer langen Entwicklung. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat sei zerrüttet. Das nötige Vertrauen fehle inzwischen komplett.
Der Bürgermeister berichtet von einem Klima, das weit über politische Differenzen hinausging. Zwar gehöre Streit über Sachfragen zur Politik, doch in Auenwald sei es persönlich geworden. Ernst beschreibt, dass seine Ankunfts- und Fahrzeiten beobachtet und dokumentiert wurden. Sogar Mitarbeiter der Verwaltung seien befragt worden, warum sein Dienstwagen zu bestimmten Zeiten noch an seinem Wohnort gestanden habe. Zudem gab es persönliche Angriffe und ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Lied gegen ihn, das vermutlich aus dem Kreis des Gemeinderats stamme.
Auch fachlich gab es große Probleme. Ernst kritisiert, dass Grundsatzentscheidungen bei Großprojekten oft erst dann wieder infrage gestellt wurden, wenn bereits viel Geld und Planungsarbeit investiert worden waren. Das führe zu unnötigen Kosten und Verzögerungen. Versuche, den Streit durch eine moderierte Klausurtagung oder Vermittlung durch das Landratsamt zu lösen, scheiterten. Der Gemeinderat lehnte es schließlich ab, Geld für eine professionelle Schlichtung bereitzustellen. Zudem wurden die Befugnisse des Bürgermeisters eingeschränkt und der Haushalt für 2026 abgelehnt.
Ursprünglich wollte Ernst eine geordnete Übergabe bis Ende Oktober ermöglichen. Doch zwölf Mitglieder des Gemeinderats teilten ihm schriftlich mit, dass es für eine solche vertragliche Lösung keinen Spielraum gebe. Daraufhin zog er die Konsequenz und legte den Termin für sein Ausscheiden auf den 31. August fest.
Trotz des harten Endes blickt Ernst auf Erfolge zurück. Er baute das Bauamt wieder auf und trieb wichtige Projekte voran. Dazu gehören die Erweiterung des Kindergartens Hohnweiler, die Sanierung der Waldstraße in Däfern und ein großer Masterplan für die Wasserversorgung. Auch die Ortskernsanierung in Oberbrüden wurde gestartet. Ein schwieriges Thema war die Schließung der Auenwaldhalle wegen zu großer baulicher Mängel. Hier hat er einen Prozess angestoßen, um die Sporthalle in Oberbrüden künftig auch für Veranstaltungen zu nutzen.
Wie es nun in Auenwald weitergeht und wer die Nachfolge antritt, bleibt abzuwarten. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Konflikts sind nicht Gegenstand dieser Erklärung. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Auenwald – zur Originalmeldung