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Buchen gedenkt am Sonntag der Pestopfer

Abbildung Dokument St. Rochus Prozession Copyright und Urheber siehe Buchen

Die Stadt und die Pfarrgemeinde Buchen holen eine alte Tradition hervor. Am kommenden Sonntag findet wieder die Rochus-Prozession statt.

Es ist ein Versprechen, das schon vor Hunderten von Jahren gegeben wurde. In Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg) gedenken die Menschen am Sonntag der Opfer von Pest und Seuchen. Der Ursprung liegt im Jahr 1635, als eine schwere Pestepidemie die Region heimsuchte. Damals starben 1.300 Menschen, darunter viele Bürger der Stadt und Flüchtlinge aus den Dörfern. Weil gleichzeitig der Dreißigjährige Krieg wütete, kam danach noch eine Hungersnot hinzu.

Um solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern, schlossen sich die Menschen damals zusammen. Im Jahr 1667 erneuerte die Stadtgemeinde und die Kirche das Gelübde an den Pestpatron St. Rochus. Für diesen Zweck wurden zwei Bilder der Heiligen Rochus und Sebastian gekauft. Auch die Nachbargemeinden Unterneudorf, Stürzenhardt, Hollerbach, Steinbach und Rumpfen schlossen sich der jährlichen Prozession an.

Über lange Zeit blieb die Stadt verschont, bis im Winter 1942/43 eine Typhus-Epidemie ausbrach. Von 297 Erkrankten starben 45 Menschen. Das war der Anlass, das alte Versprechen von 1635 erneut zu bekräftigen.

Am kommenden Sonntag geht die Tradition weiter. Der Festgottesdienst zu Ehren des Heiligen Rochus beginnt um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Oswald. Danach folgt die Prozession. Als Ehrengast kommt Abt Patrick Maria Schöder vom Kloster Stift Göttweig aus Österreich nach Buchen. Er wird die Festpredigt halten. Am Nachmittag wird er zudem einen Eintrag im Goldenen Buch der Stadt hinterlassen.

Quelle: Buchen – zur Originalmeldung

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