Bremerhaven ehrt Helene Daiminger mit Bundesverdienstkreuz
In einem feierlichen Rahmen im New-York-Saal des Deutschen Auswandererhauses (Bremerhaven, Niedersachsen) wurde Helene Daiminger das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. Die Auszeichnung übergaben der Präsident des Senats, Bürgermeister Andreas Bovenschulte, und der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz.
Daiminger war über vier Jahrzehnte lang eine wichtige Stütze für das Gemeinwohl in Bremerhaven, vor allem in der Kultur. Besonders bekannt ist sie als Kopf der Kabarettgruppe "Müllfischer". Bereits 1981 schrieb sie das erste Programm mit dem Titel "Schöne Bescherung". Über 40 Jahre lang schrieb sie neben ihrem Job als Schulleiterin jedes Jahr ein neues Stück, leitete die Regie und organisierte alles im Hintergrund.
Mit ihren Stücken nahm sie sich die Politik, die Verwaltung und die Gesellschaft vor. Sie nutzte Ironie, um Missstände aufzuzeigen und sich über lokale Fehlentscheidungen lustig zu machen. Bürgermeister Bovenschulte lobte, dass die Vorstellungen für die Zuschauer nicht nur lustig, sondern auch lehrreich gewesen seien und eine Form von politischer Bildung darstellten. Auch Oberbürgermeister Melf Grantz betonte, dass die "Müllfischer" die Stadtgeschichte bereichert hätten.
Neben dem Kabarett leitete Daiminger jahrelang das "Piratenspektakel", das den maritimen Charakter der Stadt sogar international bekannt machte. Zudem nutzte sie ihre Arbeit für soziale Zwecke. Sie spendete Einnahmen an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und half Werftarbeitern in Not.
Das Kabarett der "Müllfischer" gibt es jedoch nicht mehr. Wegen der Corona-Pandemie kam der Spielbetrieb zum Erliegen, weshalb sich die Gruppe im Jubiläumsjahr 2020 dazu entschied, aufzugeben.