Bremen will trotz Krise bezahlbare Wohnungen bauen
In Bremen ( Freie Hansestadt Bremen) haben sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte, die Senatoren für Bau und Wirtschaft sowie Vertreter von Mietervereinen und der Bauwirtschaft getroffen. Es war das zwölfte Treffen des sogenannten Bündnisses für Wohnen. Die Stimmung war gemischt: Mit dem, was bisher geschafft wurde, sind alle zufrieden. Doch der Blick in die Zukunft macht den Beteiligten Sorgen.
Der Krieg in der Ukraine, die explodierenden Energiepreise und die Klimakrise machen es für Bauherren gerade extrem schwer. Die Materialkosten steigen, die Zinsen gehen hoch und die Lieferketten sind gestört. Das gefährdet den Bau neuer Wohnungen in der Stadt.
Um gegenzusteuern, hat der Senat ein neues Förderprogramm aufgelegt. Insgesamt fließen 48,95 Millionen Euro in die Hand. Der Großteil, rund 46,7 Millionen Euro, geht direkt in den Neubau. Über zwei Millionen Euro werden genutzt, um bestehende Sozialwohnungen zu sichern oder neue Belegungsbindungen zu kaufen. Damit sollen vor allem Menschen mit mittlerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum finden. Insgesamt hat die Stadt in dieser Amtszeit schon rund 300 Millionen Euro für solche Programme locker gemacht. Damit wurden bereits über 100 Projekte mit mehr als 5.700 Wohnungen realisiert.
Neben dem Geld setzt die Stadt auf neue Ideen. Es sollen mehr Baugemeinschaften, Tiny Houses und Baulücken genutzt werden. Auch große Projekte wie das Tabakquartier oder der Neustadtsgüterbahnhof gehen voran. Damit die Häuser in Zukunft weniger Energie fressen, setzt Bremen auf den sogenannten Energiehausstandard 40 mit Gründächern und Solaranlagen auf dem Dach.
Zudem will die Stadt im Bundesrat durchsetzen, dass Kommunen bei großen Wohnimmobilien ein stärkeres Vorkaufsrecht bekommen. So kann die Stadt verhindern, dass wichtige Wohnungen in falsche Hände geraten.
Bürgermeister Bovenschulte und Bausenatorin Maike Schaefer wollen nun die Bürokratie abbauen. Planungen und Genehmigungen sollen schneller gehen, damit die Bauwirtschaft ihre Arbeitsplätze behält und die Mieten stabil bleiben. Es bleibt jedoch die Herausforderung, dass momentan vor allem städtische Firmen Sozialwohnungen bauen. Das Ziel ist es, auch private Firmen wieder stärker für den sozialen Wohnungsbau zu gewinnen.
Ob die Maßnahmen ausreichen, um den Preisanstieg bei den Mieten langfristig zu stoppen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Ermittlungen über den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum dauern an.