Bremen will Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen
In Bremen verdienen Frauen im Vergleich zu Männern deutlich weniger. Die Lohnlücke ist hier mit 22 Prozent so groß wie in kaum einem anderen Bundesland. Deshalb hat der Senat am 15. November 2022 eine neue Strategie beschlossen. Das Ziel ist klar: Frauen sollen in allen Branchen und auf allen Ebenen die gleichen Chancen haben und ein Gehalt bekommen, von dem sie auch wirklich leben können.
Insgesamt 28 Maßnahmen sind in dem Plan festgeschrieben. Dabei geht es nicht nur um das Geld. Die Stadt will auch, dass die Kinderbetreuung besser und flexibler wird. Das ist vor allem für alleinerziehende Mütter wichtig, damit sie überhaupt zurück in den Job finden oder mehr arbeiten können. Außerdem sollen Klischees bei der Berufswahl von Jugendlichen abgebaut werden.
Ein wichtiger Teil des Plans ist die Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Der Senat hat dafür 1,8 Millionen Euro bereitgestellt. Das Geld kommt größtenteils aus einem EU-Programm. Firmen können ab dem nächsten Jahr eigene Projekte starten, zum Beispiel neue Modelle für Führung in Teilzeit oder familienfreundliche Arbeitszeiten. Wenn die Firmen solche Neuerungen einführen, übernimmt der Staat die Hälfte der Kosten.
Auch der Beruf der Erzieherin soll aufgewertet werden. Die Arbeitnehmerkammer Bremen fordert hier eine bessere Bezahlung und Tarifverträge, um mehr Fachkräfte zu gewinnen und die Lohnlücke in den sozialen Berufen zu schließen.
Damit die Pläne nicht nur auf dem Papier stehen, wird im Januar 2023 eine spezielle Steuerungsgruppe unter der Leitung der Arbeitssenatorin Kristina Vogt ins Leben gerufen. Diese Gruppe legt fest, welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden. Im Herbst 2023 soll dann der erste Bericht an den Senat gehen, wie weit man gekommen ist.