Bremen-Walle: Sonnenfinsternis sorgt für Verkehrschaos
Am Mittwochabend zwischen 19 und 22 Uhr verwandelte sich das Viertel Walle (Überseestadt, Bremen) in einen riesigen Parkplatz. Hunderte Schaulustige wollten das Himmelsspektakel der Sonnenfinsternis beobachten. Besonders die Mülldeponie am Fahrwiesendamm entwickelte sich kurzfristig zum beliebtesten Aussichtspunkt der Stadt.
Doch die Freude am Ereignis hielt nicht lange an. Die Zufahrten zur Autobahn A27 waren auf beiden Seiten fast komplett zugeparkt. Da es dort keine Gehwege gibt, mussten sich Fußgänger, Radfahrer und Autos den wenigen Platz teilen. Das funktionierte kaum, sodass der Verkehr zeitweise komplett zum Erliegen kam.
Das Chaos breitete sich schnell aus. Auf dem Autobahnzubringer Überseestadt staute sich der Verkehr bis zum Utbremer Kreisel zurück. Sogar auf der A27 bildeten sich Staus bis zum Ausfädelungsstreifen der Anschlussstelle Überseestadt. Besonders dreist: Mehr als 50 Autos wurden einfach auf der Kraftfahrstraße oder direkt auf der Autobahn abgestellt.
Einige Fahrer versuchten verzweifelt, dem Stau zu entkommen. Die Polizei musste mehrfach eingreifen, um zu verhindern, dass Autos entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn fuhren. Auch der Rastplatz Fahrwiesen war so voll, dass niemand mehr hineinkam. Auf den Brücken über der A27 standen zeitweise bis zu 100 Menschen, dort blieb es aber friedlich.
Die Beamten zeigten sich jedoch konsequent. Insgesamt wurden mehr als 110 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten geschrieben. Rund 80 davon betrafen das Parken auf der Autobahn oder Kraftfahrstraße. Einige Fahrer ignorierten die Aufforderungen der Polizei zunächst komplett. Sie räumten ihre Wagen erst weg, als die Beamten mit dem Abschleppen drohten. Drei Autos mussten schließlich tatsächlich abgeschleppt werden, weil sie den Verkehr zu stark behinderten.
Als die Finsternis gegen 20.15 Uhr vorbei war, wollten alle gleichzeitig weg. Das führte zu einer neuen Welle von Staus und Verzögerungen.
Die Polizei hat den Vorfall dokumentiert. Ob und inwieweit die Fahrer wegen vorsätzlichen Handelns belangt werden, klärt nun die zuständige Behörde. Die entsprechenden Bußgeldbescheide werden den Fahrern in den nächsten Wochen zugestellt.