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Bremen verabschiedet sich von Ehrenbürger Klaus Hübotter

In der Oberen Rathaushalle fand eine Gedenkfeier für den Bauunternehmer Klaus Hübotter statt. Die Stadt würdigte den Mann, der das Gesicht Bremens nachhaltig prägte.

Am 20. Juli 2022 hat sich die Stadt Bremen in der Oberen Rathaushalle von ihrem Ehrenbürger Prof. h.c. Dr. Klaus Hübotter verabschiedet. Der Bauunternehmer war bereits am 21. Juni im Alter von 92 Jahren gestorben. Seit September 2010 trug er den Titel des Ehrenbürgers, den der Senat ihm für sein großes Engagement verliehen hatte.

Hübotter war in der Stadt eine echte Institution. Er kam 1961 nach Bremen und machte sich 1964 als Bauunternehmer selbstständig. Er spezialisierte sich darauf, alte Gebäude zu retten und sie modern zu nutzen. Viele Projekte galten als fast unmöglich, doch er setzte sie um. So rettete er den alten Schlachthof und machte daraus das erste große Soziokulturzentrum der Stadt. Auch der Speicher XI in der Überseestadt, das Bamberger Hochhaus im Stephaniviertel oder das Gelände von Radio Bremen mit dem Sendesaal tragen seine Handschrift.

Besonders hervorgehoben wurde bei der Feier die sogenannte Villa Ichon. Dieses Projekt brachte ihm nicht nur den Deutschen Preis für Denkmalschutz ein, sondern zeigte auch seine Verbindung von Architektur und Kulturpolitik. Bürgermeister Andreas Bovenschulte betonte, dass Hübotter eine eigene Baukultur geschaffen habe. Deshalb erhielt er bereits 2007 den ersten Bremer Preis für Baukultur.

Neben seinem Erfolg als Bauunternehmer war Hübotter ein überzeugter Linker. Das brachte ihm früher Probleme ein. In den 50er Jahren war er in der KPD und der dann verbotenen FDJ aktiv. Das führte dazu, dass er in Untersuchungshaft kam und später als Rädelsführer einer verfassungsfeindlichen Vereinigung verurteilt wurde. Trotz dieser Brüche in seinem Lebenslauf blieb er seinen politischen Überzeugungen treu und unterstützte oft Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen.

An der Trauerfeier nahmen neben Bürgermeister Bovenschulte auch der ehemalige Bürgermeister Henning Scherf, dessen Frau Luise Scherf sowie Claudia Seidel vom Hafenmuseum teil. Sie erinnerten an einen Mann mit großem Tatendrang, der nicht nur Steine bewegte, sondern auch menschliche Spuren hinterließ.

Quelle: Rathaus Bremen – zur Originalmeldung

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